Wie berührungslose Temperaturmessung erfasst wird
Berührungslose Verfahren messen die von einer Oberfläche abgegebene Wärmestrahlung und leiten daraus einen Temperaturwert ab. Die Messung erfolgt ohne mechanischen Kontakt zur Messstelle. Relevant sind dabei unter anderem der Abstand zum Objekt, die Grösse des Messflecks, freie Sicht auf die Oberfläche und deren Emissionsverhalten. Glänzende, reflektierende oder stark wechselnde Oberflächen können die Auswertung beeinflussen und erfordern eine passende Geräteeinstellung oder Messanordnung.
Typische Einsatzsituationen in Energie- und Umweltanwendungen
Berührungslose Temperaturmessung wird eingesetzt, wenn Kontaktfühler ungeeignet oder nicht sicher montierbar sind. Typische Fälle sind heisse Gehäuse, Rohrleitungen, Lagerstellen, rotierende Teile, elektrische Komponenten oder Oberflächen in laufenden Prozessen. Auch an schwer erreichbaren Punkten, in hygienisch sensiblen Bereichen oder bei kurzen Messzeiten ist die Methode zweckmässig. Im Umwelt- und Anlagenkontext dient sie unter anderem zur Zustandsbeurteilung von Oberflächen und zur punktuellen Kontrolle thermischer Auffälligkeiten.
Ausprägungen von Punktmessung bis Wärmebild
Je nach Aufgabe kommen unterschiedliche Gerätekonzepte zum Einsatz. Einfache Infrarot-Punktmessgeräte erfassen einzelne Messstellen, während fest installierte Sensoren kontinuierlich an einer definierten Position messen. Wärmebildkameras bilden Temperaturverteilungen über grössere Flächen ab und zeigen lokale Abweichungen im Kontext. Welche Ausprägung geeignet ist, hängt unter anderem von Messdistanz, Zielgrösse, zeitlicher Auflösung und Dokumentationsbedarf ab.
Abgrenzung zu Fühlern, Messgeräten und RFID-Technologie
Im Unterschied zu Fühlern wird bei der berührungslosen Temperaturmessung kein Sensor direkt an oder in das Messobjekt eingebracht. Gegenüber der Geschwisterleistung Messgeräte ist sie keine Geräteklasse im Allgemeinen, sondern ein spezifisches Messprinzip innerhalb der Temperaturmessung. Von Messung mit RFID-Technologie unterscheidet sie sich dadurch, dass kein Tag oder gekoppelter Sensor ausgelesen wird, sondern die Temperatur optisch beziehungsweise strahlungsbasiert an der Oberfläche erfasst wird.