Funktionsprinzip von Berstsicherungen
Eine Berstsicherung trennt den Prozessraum bis zu einem festgelegten Differenzdruck dicht ab. Wird dieser Wert überschritten, öffnet das Berstelement schlagartig und schafft einen Entlastungsquerschnitt für Gas, Dampf oder Flüssigkeit. Anders als regelnde oder wieder schliessende Schutzorgane arbeitet sie nicht stufenweise, sondern einmalig durch definiertes Aufreissen oder Aufklappen des Elements.
Typische Einsatzorte in verfahrenstechnischen Anlagen
Berstsicherungen finden sich an Behältern, Rohrleitungen, Apparaten und geschlossenen Prozessräumen, in denen Druckspitzen nicht ausgeschlossen werden können. Typische Ursachen sind thermische Ausdehnung, Fehlbedienung, Reaktionen, Verstopfungen oder Störungen in nachgeschalteten Anlagenteilen. In der Energie- und Umweltbranche kommen sie unter anderem in Prozessanlagen, Medienführungen, Speicher- und Aufbereitungssystemen zum Einsatz.
Ausführungen nach Medium, Druckbereich und Einbausituation
Die konkrete Ausführung richtet sich nach Medium, Betriebstemperatur, Korrosionsanforderungen, zulässigem Druckbereich und Einbaulage. Unterschieden wird unter anderem nach Werkstoff des Berstelements, Bauform, Haltersystem und Anschlussart. Je nach Anwendung sind Anforderungen an Dichtheit, Ansprechgenauigkeit, Vakuumbelastung oder hygienische Ausführung relevant.
Abgrenzung zu Sicherheitsabsperrventilen und anderen Schutzsystemen
Berstsicherungen dienen ausschliesslich dem Schutz gegen unzulässigen Überdruck. Im Unterschied zu Sicherheitsabsperrventilen sperren sie keinen Prozessstrom aktiv ab und schliessen nach dem Ansprechen nicht wieder. Von Überfüllsicherungen unterscheiden sie sich durch die überwachte Grösse: Berstsicherungen reagieren auf Druck, nicht auf Füllstand. Zu elektrischen Schutzsystemen wie Blitzschutz, Netzfiltern, Überspannungsschutz oder USV-Anlagen besteht keine funktionale Überschneidung.