Dämpfung leitungsgebundener Störungen im Stromnetz
Netzfilter werden in die elektrische Versorgung eingebunden, um unerwünschte Störanteile auf Leitungen zu begrenzen. Sie wirken gegen hochfrequente Störungen, die aus dem Netz in Geräte gelangen oder von Geräten zurück ins Netz abgegeben werden. Damit verbessern sie die elektromagnetische Verträglichkeit im Versorgungspfad, ohne die Grundfunktion der Stromversorgung zu ersetzen.
Einbauorte in Mess-, Steuer- und Überwachungssystemen
Typische Einsatzbereiche sind Schaltschränke, Steuerungen, Messplätze, Automationskomponenten, Kommunikationsschnittstellen und dezentrale Anlagenteile mit empfindlicher Elektronik. In der Energie- und Umweltbranche betrifft das unter anderem Systeme zur Prozessüberwachung, Energieverteilung, Datenerfassung und Regelung. Netzfilter sind besonders dort relevant, wo getaktete Verbraucher, Antriebe oder Schaltnetzteile Störungen in benachbarte Systeme einkoppeln können.
Ausführungen nach Netzart, Last und Montage
Netzfilter werden je nach Anwendung für unterschiedliche Netzformen und Einbausituationen ausgelegt, etwa für einphasige oder dreiphasige Versorgungen sowie für die Montage im Gerät, im Schaltschrank oder in der Zuleitung. Bei der Auswahl zählen unter anderem elektrische Anschlussdaten, Umgebungsbedingungen, Einbaukonzept und die Art der zu erwartenden Störung. Auch die Position im System ist relevant, da ein Filter nahe an der Störquelle andere Aufgaben erfüllt als ein Filter auf der Einspeiseseite.
Unterschied zu Überspannungsschutz, USV und Blitzschutz
Netzfilter sind innerhalb der Sicherheits- und Schutztechnik auf die Begrenzung von Störungen im laufenden Netzbetrieb ausgerichtet. Sie unterscheiden sich damit von Überspannungsschutz, der kurzzeitige Spannungsspitzen ableitet, von USV-Anlagen, die bei Netzausfall oder Unterbruch die Versorgung aufrechterhalten, und von Blitzschutz, der Auswirkungen äusserer oder eingekoppelter Blitzereignisse adressiert. Auch gegenüber NEMP-Schutz ist die Aufgabe enger gefasst: Netzfilter behandeln normale oder betriebsbedingte Störanteile im Versorgungsnetz, nicht besondere Schutzszenarien mit eigener Auslegung.