Was mit Ausfallwaagen gemessen wird
Eine Ausfallwaage ist für die Wägung von Material ausgelegt, das aus einem Behälter, einer Förderstrecke oder einem Prozessschritt austritt. Erfasst werden je nach Ausführung einzelne Chargen, Teilmengen oder ein laufender Austrag. Im Unterschied zu einer allgemeinen Waage steht nicht das Gesamtgewicht eines Gebindes im Vordergrund, sondern die Gewichtserfassung am konkreten Materialaustritt.
Typische Einsatzsituationen in der Kunststoffverarbeitung
Ausfallwaagen kommen dort vor, wo Materialströme nachvollziehbar dokumentiert oder verglichen werden müssen. Das betrifft etwa Granulat- und Pulverhandling, Dosier- und Mischprozesse, Austräge aus Vorratsbehältern oder die Erfassung von Ausschuss- und Restmaterial. Auch in Versuchs- und Prüfumgebungen können sie eingesetzt werden, wenn der ausgetragene Materialanteil gesondert bestimmt werden soll.
Ausführungen nach Materialfluss und Prozessintegration
Je nach Anwendung arbeiten Ausfallwaagen chargenweise oder kontinuierlich. Relevant sind dabei unter anderem die Art des Materials, die gewünschte Messauflösung, die Einbausituation und die Einbindung in bestehende Anlagen. Bei frei fliessenden Kunststoffen gelten andere Anforderungen als bei schlecht rieselfähigen, staubenden oder wechselnd konditionierten Materialien.
Abgrenzung zu Waagen und anderen Messsystemen
Innerhalb der Leistung Messen und Prüfen sind Ausfallwaagen eine spezialisierte Form der Gewichtserfassung im Prozess. Sie unterscheiden sich von allgemeinen Waagen dadurch, dass sie auf den Materialaustrag und nicht auf eine einfache Verwiegung von Stückgut oder Gebinden ausgerichtet sind. Von Prüfmaschinen grenzen sie sich ab, weil sie keine mechanischen Materialkennwerte ermitteln, und von Wasserdurchlauf-Messgeräten, weil sie Feststoffe oder Schüttgüter statt Flüssigkeitsströme erfassen.