Ablauf des Tauchbeschichtens mit Kunststoffen
Das Bauteil wird ganz oder teilweise in ein flüssiges oder plastisch eingestelltes Kunststoffsystem eingetaucht. Nach dem Herausziehen läuft überschüssiges Material ab, anschliessend wird die Beschichtung je nach System getrocknet, geliert oder anderweitig verfestigt. Die Schichtbildung wird unter anderem durch Viskosität, Temperatur, Tauchdauer, Abzugsgeschwindigkeit und Oberflächenzustand des Werkstücks beeinflusst.
Typische Bauteile und funktionale Anforderungen
Tauchen wird häufig für Bauteile verwendet, die rundum oder in Teilbereichen mit einer geschlossenen Kunststoffschicht versehen werden sollen. Dazu gehören beispielsweise Drahtbiegeteile, Halterungen, Griffe, Körbe oder metallische Formteile. Je nach Auslegung dient die Beschichtung etwa dem Oberflächenschutz, der elektrischen Isolation, der Verbesserung der Griffigkeit oder der Abdeckung scharfkantiger Bereiche.
Verfahrensvarianten und steuerbare Merkmale
Das Verfahren kann als Volltauch- oder Teiltauchprozess ausgeführt werden. Möglich sind auch mehrfache Tauchgänge, um die Schicht gezielt aufzubauen, sowie das Abdecken bestimmter Bereiche, die frei von Kunststoff bleiben sollen. Zusätzlich kann mit vorgewärmten Werkstücken gearbeitet werden, wenn das eingesetzte System dies erfordert und eine bestimmte Schichtausbildung erreicht werden soll.
Abgrenzung zu anderen Beschichtungsverfahren mit Kunststoffen
Innerhalb des Beschichtens mit Kunststoffen unterscheidet sich Tauchen klar von Lackieren und Spritzen, bei denen das Material aufgesprüht und nicht durch Eintauchen übertragen wird. Gegenüber der elektrostatischen Pulverbeschichtung erfolgt der Auftrag nicht trocken und nicht über ein elektrisches Feld. Von Extrusionsbeschichten, Coextrudieren oder Kaschieren grenzt sich Tauchen dadurch ab, dass keine kontinuierlichen Bahnwaren oder Schichtverbunde geführt werden, sondern einzelne Werkstücke in ein Beschichtungsbad eintauchen.