Was unter Beschichten mit Kunststoffen verstanden wird
Innerhalb der Beschichtungsverfahren bezeichnet "mit Kunststoffen" das Aufbringen einer Schicht aus thermoplastischen, duroplastischen oder anderen polymerbasierten Materialien auf ein Substrat. Die Schicht kann flüssig, pastös, als Pulver, als Folie oder aus der Schmelze verarbeitet werden. Im Unterschied zur Herstellung eines Bauteils aus Vollmaterial wird dabei gezielt nur die Oberfläche oder eine zusätzliche Funktionslage erzeugt.
Typische Einsatzkontexte für polymerbasierte Schichten
Kunststoffbeschichtungen werden auf Bahnwaren, Folien, Formteilen und Verbundaufbauten eingesetzt. Häufig geht es um Haftvermittlung, Versiegelung, Schutz vor Abrieb, definierte Gleit- oder Löseeigenschaften, elektrische Isolation oder funktionale Oberflächen für spätere Verarbeitungsschritte. Je nach Aufgabe können Kunststoffe auf Kunststoffe, Metalle, Papier, textile Träger oder andere Werkstoffe aufgebracht werden.
Verfahren und funktionale Ausprägungen
Zu den typischen Ausprägungen gehören Extrusionsbeschichten und Coextrudieren für kontinuierliche Schichtaufbauten, Kaschieren oder Doublieren für das Verbinden vorgefertigter Lagen sowie Klebstoffauftrag und Haftkleberauftrag für funktionale Zwischenschichten. Weitere Ansätze sind Nassbeschichten, Lackieren und Spritzen, Tauchen oder spezielle Parylene-Beschichtungen. Funktional kann die Kunststoffschicht unter anderem als Antihaftbeschichtung, Selbstklebebeschichtung, EMV-Beschichtung, Abschirmlackbeschichtung, Trockenschmierungsbeschichtung oder Verschleissschutz ausgelegt sein.
Abgrenzung zu Beschichtungen mit Metallen und Keramik
Die Elternleistung Beschichten umfasst verschiedene Schichtwerkstoffe. Beschichtungen mit Kunststoffen unterscheiden sich von metallischen Beschichtungen vor allem durch ihre polymerbasierte Matrix und die damit verbundenen Eigenschaften wie Flexibilität, elektrische Isolation, Transparenz oder klebende beziehungsweise antihaftende Oberflächen. Gegenüber keramischen Beschichtungen stehen meist andere Anforderungen im Vordergrund, etwa Verbundaufbau, Verformbarkeit oder schichtintegrierte Haft- und Barrierefunktionen statt mineralischer Härte oder Hochtemperaturbeständigkeit.