Was beim Beschichten von Kunststoffoberflächen erfolgt
Beschichten ist ein Oberflächenverfahren, bei dem eine zusammenhängende Schicht auf ein Kunststoffteil aufgebracht und anschliessend verfestigt oder eingebunden wird. Anders als bei formgebenden Verfahren bleibt der Grundkörper erhalten; verändert werden vor allem die Eigenschaften der Aussenseite. Entscheidend sind eine ausreichende Benetzung der Oberfläche, die Haftung zwischen Kunststoff und Schicht sowie die Verträglichkeit mit Temperatur, Lösungsmitteln oder mechanischer Belastung. Bei vielen Kunststoffen ist vor dem eigentlichen Beschichten eine Reinigung oder Oberflächenaktivierung sinnvoll, weil die Haftung sonst eingeschränkt sein kann.
Typische Anforderungen und Einsatzbereiche
Beschichtete Kunststoffteile werden eingesetzt, wenn die Werkstoffeigenschaften des Grundmaterials allein nicht ausreichen oder wenn zusätzliche Funktionen an der Oberfläche benötigt werden. Typische Anforderungen sind Kratz- und Verschleissschutz, chemische Beständigkeit, verringerte Reibung, elektrische Ableitfähigkeit, Abschirmung oder eine definierte dekorative Wirkung. Anwendung findet das Verfahren unter anderem bei Gehäusen, Sichtteilen, technischen Funktionsteilen, Abdeckungen, Bauteilen mit Reinigungsanforderungen oder Oberflächen mit erhöhtem Kontakt zu Medien und Umgebungseinflüssen. Auch bei Bauteilen mit hohen Ansprüchen an Haptik oder gleichmässige Oberflächenqualität kann eine Beschichtung zweckmässig sein.
Beschichtungsarten nach Schichtmaterial
In dieser Leistung werden insbesondere Beschichtungen mit Keramik, mit Kunststoffen und mit Metallen unterschieden. Keramische Schichten werden gewählt, wenn harte, verschleissbeständige oder thermisch belastbare Oberflächen gefordert sind. Kunststoffbasierte Schichten dienen häufig dem chemischen Schutz, der Farbgebung, der Gleitfähigkeit oder dem Aufbau definierter Barrieren. Metallische Schichten kommen infrage, wenn elektrische Eigenschaften, Abschirmwirkung oder eine metallische Oberfläche gewünscht sind. Je nach Anforderung sind auch mehrlagige Aufbauten möglich, bei denen Haftvermittlung, Funktionsschicht und Deckschicht getrennte Aufgaben übernehmen.
Abgrenzung zu Bedrucken, Veredeln und Fügen
Beschichten ist von mehreren benachbarten Verfahren klar zu trennen. Im Unterschied zum Bedrucken geht es nicht primär um Schrift, Dekore oder lokal platzierte Information, sondern um eine flächige oder funktionale Schicht mit technischen oder schutzbezogenen Eigenschaften. Gegenüber dem Fügen verbindet Beschichten keine separaten Teile miteinander, sondern verändert nur die Oberfläche eines vorhandenen Bauteils. In dieser Hierarchie ist Beschichten zudem enger gefasst als Veredeln: Veredeln beschreibt allgemein eine qualitative oder optische Aufwertung, während Beschichten ein konkretes Oberflächenverfahren mit definierter Schichtbildung bezeichnet.