Was bei Kunststoffschäden und Werkstoffen untersucht wird
Im Zentrum stehen die Ursachen eines Schadens oder die materialtechnische Beurteilung eines Kunststoffs. Analysiert werden je nach Fragestellung etwa Riss- und Bruchflächen, Verformungen, Spannungsrisse, thermische oder chemische Alterung, Fremdstoffe sowie der Schicht- oder Faseraufbau. Bei der Werkstoffanalytik geht es zudem um die Identifikation von Polymeren, Füllstoffen, Verstärkungen, Additiven oder um den Vergleich von Soll- und Ist-Zustand eines Materials.
Typische Anlässe für Schadens- und Werkstoffanalysen
Solche Untersuchungen werden häufig nach Bauteilausfällen, Serienabweichungen, ungeklärten Brüchen, Dichtheitsproblemen, Verfärbungen oder unerwartetem Verschleiss beauftragt. Auch bei Materialwechseln, Lieferantenvergleichen, Freigaben neuer Rezepturen oder bei der Bewertung von Langzeitbeanspruchung sind analytische Befunde relevant. In der Kunststoffverarbeitung betrifft dies sowohl Spritzguss-, Extrusions- und Thermoformteile als auch Verbund- und Mehrschichtsysteme.
Methodische Ausprägungen und Ergebnisse der Analytik
Je nach Fragestellung kommen visuelle Befundaufnahme, mikroskopische Untersuchungen, chemische Analysen, thermische Prüfungen oder mechanische Materialprüfungen zum Einsatz. Die Schadensanalytik rekonstruiert typischerweise den Versagensmechanismus und grenzt materialbedingte von konstruktiven, verarbeitungstechnischen oder anwendungsbedingten Ursachen ab. Die Werkstoffanalytik liefert Aussagen zur Materialidentität, zu Abweichungen im Aufbau, zu Verunreinigungen oder zu Veränderungen durch Medien, Temperatur, UV-Einfluss oder Prozessbedingungen.
Abgrenzung zu benachbarten Dienstleistungen
Schadensanalytik und Werkstoffanalytik unterscheiden sich von einer reinen Oberflächenreinheits-Prüfung, die vor allem partikuläre oder filmische Verunreinigungen bewertet. Gegenüber Verschleissprüfungen steht hier nicht primär das standardisierte Prüfprogramm im Vordergrund, sondern die Ursachenklärung an konkreten Schadensfällen oder Materialproben. Auch optische 3D-Messtechnik erfasst vor allem Geometrie und Formabweichungen, während diese Leistung den Werkstoff selbst, seine Veränderungen und den Zusammenhang zwischen Material, Verarbeitung und Schadensbild untersucht.