Was Flanschen im Flüssigkeits-Handling leisten
Ein Flansch verbindet zwei Bauteile über eine verschraubte Stirnfläche. Die Verbindung selbst stellt die mechanische Kopplung her, während die Dichtung die Dichtheit zwischen den Flanschflächen übernimmt. Im Kunststoffbereich kommen Flanschen dort zum Einsatz, wo Rohrsysteme, Behälteranschlüsse oder Einbauten mit definierten Anschlussmassen montiert werden müssen und eine spätere Demontage vorgesehen ist.
Typische Anwendungen in Kunststoffsystemen
Kunststoffflanschen werden in Leitungen für Wasser, Chemikalien, Prozessmedien oder technische Flüssigkeiten verwendet. Sie finden sich an Übergängen zwischen Rohren und Armaturen, an Pumpenanschlüssen, an Tanks sowie an Mess- und Dosierstrecken. Besonders geeignet sind sie für Anlagen, in denen Medienbeständigkeit, geringe Korrosion und ein modularer Aufbau der Verrohrung verlangt sind.
Ausführungen nach Bauart, Werkstoff und Anschlussbild
Unterschieden wird unter anderem nach festen und losen Flanschkonstruktionen, nach Blindflanschen zum Verschliessen von Anschlüssen sowie nach Anschlussbildern mit definierten Lochkreisen und Nennweiten. Im Kunststoffbereich werden je nach Medium und Temperatur verschiedene Werkstoffe eingesetzt, etwa PVC, PP, PE oder PVDF. Für die Auslegung relevant sind neben dem Werkstoff auch Druckbereich, Flanschmass, Ebenheit der Dichtfläche und die Kompatibilität mit dem Gegenstück.
Abgrenzung zu Dichtungen, Rohren, Ventilen und Pumpen
Flanschen sind Verbindungselemente innerhalb des übergeordneten Bereichs Flüssigkeits-Handling. Sie unterscheiden sich von Abdichtungen, weil die Dichtung nur die Dichtfunktion übernimmt, nicht aber die verschraubte Verbindung. Gegenüber Rohren und Schläuchen bilden Flanschen keine Förderstrecke, sondern den lösbaren Anschluss. Im Unterschied zu Ventilen regeln sie keinen Durchfluss, und anders als Pumpen erzeugen sie keine Förderung des Mediums.