Was unter Silikonfetten und Silikonölen verstanden wird
Silikonöle sind flüssige Siliconformulierungen mit definierter Viskosität, während Silikonfette aus einem Siliconöl mit Verdicker oder strukturgebender Matrix bestehen und dadurch pastös bis standfest werden. Beide Produktformen dienen nicht als konstruktiver Werkstoff, sondern als funktionale Medien im Betrieb oder in der Verarbeitung. Je nach Formulierung können sie gleitfördernd, wasserabweisend, elektrisch isolierend oder temperaturstabil ausgelegt sein.
Typische Anwendungen in der Kunststoffbranche
In der Kunststoffverarbeitung werden Silikonöle und -fette unter anderem für die Schmierung bewegter Teile, die Pflege von Dichtungen, die Montage, die Dämpfung mechanischer Bewegungen oder die Behandlung von Oberflächen eingesetzt. Sie kommen auch dort in Betracht, wo konventionelle Schmierstoffe mit Kunststoffen, Elastomeren oder empfindlichen Oberflächen nicht passend sind. Ob ein Öl oder ein Fett geeignet ist, hängt von Kontaktwerkstoffen, Temperaturbereich, Viskosität, Migration und prozessspezifischen Anforderungen ab.
Relevante Produktunterschiede: Viskosität, Konsistenz und Formulierung
Die Auswahl richtet sich vor allem nach der gewünschten Fliessfähigkeit und der Art der Anwendung. Niedrigviskose Silikonöle werden eher für feine Benetzung, Dämpfung oder als Prozessmedium eingesetzt, höher viskose Typen für stabilere Schmierfilme oder definierte Laufeigenschaften. Silikonfette eignen sich für punktuelle Schmierung, Abdichtung oder Anwendungen, bei denen das Medium am Einsatzort verbleiben soll. Weitere Unterschiede ergeben sich aus Additiven, Reinheitsanforderungen, Verträglichkeit mit Kunststoffen und der vorgesehenen Applikationsform.
Abgrenzung zu anderen Silicon-Produktformen
Diese Kategorie ist von Formtrennmitteln und Sprays zu unterscheiden, auch wenn einzelne Formulierungen ähnliche Wirkprinzipien haben können. Formtrennmittel sind in erster Linie auf das Entformen und die Applikation im Prozess ausgelegt, während Fette und Öle breiter als Schmier-, Pflege- oder Funktionsmedien verwendet werden. Gegenüber Pasten liegt der Unterschied meist in der höheren Struktur und dem anwendungsspezifischen Auftrag der Paste. Halbzeug, Profile, Rohre oder Vergussmassen gehören nicht in diesen Bereich, da sie als Formteile, Ausgangsprodukte oder reaktive Systeme eingesetzt werden.