Vergiessen, Einbetten und Abformen mit Siliconsystemen
In dieser Kategorie werden siliconbasierte Massen zusammengefasst, die vor der Aushärtung fliess- oder pastenartig verarbeitet werden. Als Vergussmasse umschliessen sie Bauteile, Hohlräume oder Verbindungen und bilden nach der Vernetzung eine geschlossene Materialschicht. Als Formensilicone dienen sie zur Herstellung elastischer Negativformen, die Konturen präzise aufnehmen und sich nach dem Entformen wieder zurückstellen. Entscheidend ist dabei nicht die chemische Grundfamilie allein, sondern die Funktion als verarbeitbare Verguss- oder Formmasse.
Typische Einsatzfelder in Industrie, Entwicklung und Modellbau
Vergussmassen aus Silicon werden dort eingesetzt, wo Bauteile gegen Umwelteinflüsse, mechanische Beanspruchung oder Medienkontakt abgeschirmt werden sollen. Formensilicone kommen unter anderem bei Abformungen, Kleinserien, Prototypen, Modellbau sowie bei der Herstellung von Gussformen für unterschiedliche Werkstoffe zum Einsatz. Je nach Anwendung stehen dabei Fliessverhalten, Entformbarkeit, Oberflächenabbildung oder die Anpassung an temperaturempfindliche Prozesse im Vordergrund. Die Eignung richtet sich nach dem konkreten Verarbeitungsablauf und dem späteren Einsatzumfeld.
Relevante Systemunterschiede bei Vergussmassen und Formensiliconen
Vergussmassen-Formensilicone unterscheiden sich unter anderem in Viskosität, Vernetzungsart, Verarbeitungszeit und Endhärte. Im Markt finden sich einkomponentige und mehrkomponentige Systeme sowie Formulierungen für Raumtemperatur- oder wärmeunterstützte Aushärtung. Für Formensilicone sind zusätzlich Eigenschaften wie Reissfestigkeit, Rückstellverhalten und Detailtreue relevant, während bei Vergussmassen häufig Fliessverhalten, Blasenarmut und das Verhalten im Verbund mit dem Bauteil beurteilt werden. Transparent, pigmentiert, weich oder fester eingestellt sind weitere mögliche Ausprägungen dieser Produktgruppe.
Abgrenzung innerhalb der Kategorie Silicone (SI)
Vergussmassen-Formensilicone gehören innerhalb der Silicone (SI) zu den verarbeitbaren Massen mit Funktionsbezug auf Verguss oder Formherstellung. Sie sind nicht mit Formtrennmitteln und Sprays gleichzusetzen, da diese als Hilfsstoffe das Entformen unterstützen, aber keine Form oder Schutzschicht bilden. Gegenüber Fetten und Ölen liegt der Unterschied in der dauerhaften Vernetzung statt in der schmierenden oder pflegenden Anwendung. Auch Halbzeuge, Profile, Rohre oder Silicon-Kautschuk beschreiben andere Lieferformen beziehungsweise Materialzustände als gebrauchsfertige Verguss- oder Formsysteme.