Was zu einem Druckluftsystem gehört
Ein Druckluftsystem umfasst die gesamte technische Kette von der Drucklufterzeugung bis zum Verbrauchspunkt. Dazu zählen typischerweise Erzeuger, Speicher, Filter- und Trocknungstechnik, Leitungsnetz, Armaturen sowie die Anbindung an Maschinen und pneumatische Verbraucher. Im Unterschied zu einem einzelnen Kompressor beschreibt die Leistung das funktionierende Gesamtsystem mit abgestimmten Komponenten und definierten Betriebsbedingungen.
Typische Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung
In Kunststoffbetrieben wird Druckluft vor allem für pneumatische Antriebe, Ventilsteuerungen, Greifer, Auswurf- und Handhabungsfunktionen eingesetzt. Hinzu kommen Anwendungen an Produktionslinien, in der Automatisierung, an Verpackungsanlagen oder bei Hilfsprozessen rund um Maschinen und Peripherie. Je nach Verfahren und Anlagenstruktur können gleichbleibender Druck, trockene Luft oder eine dezentrale Aufbereitung direkt am Verbrauchspunkt relevant sein.
Auslegung von Netz, Aufbereitung und Versorgung
Für die Auslegung eines Druckluftsystems sind Verbrauchsprofil, gleichzeitig auftretende Lasten, Druckniveau und geforderte Luftqualität massgeblich. Relevant sind zudem die Führung des Leitungsnetzes, ausreichend dimensionierte Speicher, die Vermeidung unnötiger Druckverluste und der Umgang mit Kondensat. Je nach Betrieb kommen zentrale oder dezentrale Aufbereitung, verzweigte Leitungsführungen oder ringförmige Netze in Frage.
Abgrenzung zu Kompressoren, Gebläsen und Vakuumtechnik
Druckluftsysteme sind in der Hierarchie unter Druck, Luft und Vakuum als Systemleistung einzuordnen. Sie unterscheiden sich von Kompressoren und anderen Druckerzeugern dadurch, dass nicht nur die Maschine zur Luftverdichtung, sondern die komplette Versorgung betrachtet wird. Gegenüber Gebläsen, Ventilatoren und Vakuumtechnik geht es spezifisch um verdichtete Luft für pneumatische Anwendungen und nicht um reine Luftförderung, Unterdruck oder allgemeine Luftbewegung.