Funktion von Gebläsen im Bereich Druck, Luft und Vakuum
Gebläse sind auf die Erzeugung von Volumenstrom und eines bestimmten Druckunterschieds ausgelegt. Im industriellen Umfeld dienen sie dazu, Luft oder Prozessgase kontinuierlich durch Leitungen, Maschinen oder Anlagenteile zu führen. Innerhalb der Hierarchie "Druck, Luft und Vakuum" liegen sie fachlich zwischen einfacher Luftbewegung und eigentlicher Drucklufterzeugung: Sie arbeiten für viele Anwendungen mit anderen Druckverhältnissen und Einsatzprofilen als Kompressoren oder komplette Druckluftsysteme.
Einsatzfelder in der Kunststoffverarbeitung
In der Kunststoffbranche werden Gebläse unter anderem für die Förderung von Granulat, für Trocknungs- und Kühlstrecken, für Luftmesser, für die Entlüftung von Maschinenbereichen sowie für Absaug- und Abluftaufgaben verwendet. Sie kommen bei Extrusion, Spritzguss, Thermoformen und in Materialhandling-Systemen zum Einsatz. Entscheidend ist dabei, dass Luftmenge, Druckverhältnis, Temperatur und Medium zur jeweiligen Anlage und zum verarbeiteten Kunststoff passen.
Bauarten und Auswahlkriterien
Je nach Prozess werden unterschiedliche Gebläsebauarten eingesetzt, etwa Seitenkanal-, Radial- oder Drehkolbengebläse. Die Auswahl richtet sich nach gefordertem Volumenstrom, Differenzdruck, Dauerbetrieb, Geräuschverhalten, Energiebedarf und den Eigenschaften des Fördermediums. In Kunststoffanwendungen sind zudem Staubanteile, Abrieb, Feuchtigkeit, Prozesstemperaturen sowie die Einbindung in Rohrleitungen, Filter, Trockner oder Fördergeräte zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu Kompressoren, Ventilatoren und Vakuumtechnik
Gebläse sind nicht mit allen benachbarten Leistungen gleichzusetzen. Kompressoren und Druckluftsysteme zielen auf die Bereitstellung verdichteter Luft für pneumatische Verbraucher, während Gebläse häufig prozessnahe Luftströme für Förderung, Kühlung oder Absaugung erzeugen. Gegenüber Ventilatoren sind Gebläse in industriellen Anwendungen meist stärker auf definierte Druckverhältnisse und die Einbindung in Maschinen oder Leitungsnetze ausgelegt. Von Vakuumlösungen unterscheiden sie sich dadurch, dass nicht die Erzeugung eines Unterdruckniveaus, sondern die kontrollierte Bewegung oder leichte Verdichtung von Luft im Vordergrund steht.