Was Ausfallschutzeinrichtungen in Kunststoffanlagen leisten
Unter Ausfallschutzeinrichtungen fallen technische Einrichtungen, die den Betrieb einer Maschine oder Peripherie bei Fehlfunktionen überwachen und im Störfall eine definierte Reaktion auslösen. Dazu gehören je nach Anlagenkonzept das Abschalten, Sperren, Halten, Umschalten oder kontrollierte Herunterfahren von Teilfunktionen. Ziel ist nicht die Optimierung des Prozesses, sondern die Begrenzung von Folgeschäden an Maschine, Werkzeug, Material oder nachgelagerten Einheiten.
Typische Einsatzbereiche in Verarbeitung und Peripherie
Solche Einrichtungen werden überall dort eingesetzt, wo ein unbeaufsichtigter Weiterlauf problematisch wäre. Das betrifft unter anderem Spritzgiessanlagen, Extrusionslinien, Temperier- und Dosiersysteme, Fördertechnik, Trocknung, Handhabungseinheiten sowie verkettete Produktionszellen. Relevante Ausfälle sind beispielsweise Spannungsunterbrüche, Phasenausfall, Signalverlust zwischen Komponenten, Störungen in Hilfsaggregaten oder Abweichungen, die einen geordneten Prozessablauf verhindern.
Mögliche Ausprägungen und technische Ansätze
Ausfallschutzeinrichtungen können als eigenständige Überwachungsgeräte, als Funktionen in Steuerungen oder als Teil eines übergeordneten Sicherheits- und Automatisierungskonzepts ausgeführt sein. Je nach Aufgabe überwachen sie elektrische Zustände, Kommunikationsverbindungen, Bewegungen, Temperaturen, Drücke oder Betriebsfreigaben. In der Praxis reicht das von einfachen Überwachungs- und Abschaltfunktionen bis zu abgestimmten Reaktionsketten für mehrere Anlagenteile.
Abgrenzung zu Regelung, Antriebstechnik und Schutzschaltern
Innerhalb der Hierarchie Elektronik, Steuerung und Automatisierung sind Ausfallschutzeinrichtungen von normalen Steuer- und Regelfunktionen zu unterscheiden. Automatische Regelungen und automatische Steuerungen führen den Sollbetrieb, während Ausfallschutzeinrichtungen für Abweichungen und Störungen vorgesehen sind. Gegenüber Frequenzumrichtern oder elektronischen Steuergeräten stehen nicht Antriebs- oder Bedienfunktionen im Vordergrund, sondern das Verhalten bei Ausfall. Von Kontaktschutzschaltern grenzen sie sich dadurch ab, dass sie nicht nur einzelne elektrische Schutzfunktionen abdecken, sondern den anlagenbezogenen Fehlerfall insgesamt berücksichtigen können.