Funktion am Übergang von Maschine zu Werkzeug
Die Düse überträgt die Schmelze von der Plastifiziereinheit in die Angussbuchse oder in den Eintritt eines Heisskanalsystems. Dabei muss sie den Materialfluss gleichmässig führen, Wärmeverluste begrenzen und sauber an die Werkzeugseite anschliessen. Eine ungeeignete Düsenform kann zu Fadenbildung, Leckage, erhöhtem Druckverlust oder zu Materialablagerungen im Strömungsweg führen.
Einsatz je nach Kunststoff und Prozessanforderung
Die Auswahl richtet sich nach Viskosität, Verarbeitungstemperatur und Empfindlichkeit des Kunststoffs. Bei gefüllten oder abrasiven Materialien sind Verschleiss und Strömungsführung anders zu beurteilen als bei Standardthermoplasten. Auch häufige Farb- oder Materialwechsel, kurze Zykluszeiten und enge Prozessfenster beeinflussen, welche Düse sinnvoll ist.
Gängige Bauformen bei Spritzgussdüsen
Im Maschinenbereich werden unter anderem offene Düsen, Verschlussdüsen sowie Ausführungen mit Filter- oder Mischfunktion eingesetzt. Sie unterscheiden sich in Düsenbohrung, Spitzengeometrie, Abdichtfläche und im Verhalten beim Anfahren und Abschalten des Schussvorgangs. Welche Bauform passt, hängt davon ab, ob freier Durchfluss, kontrolliertes Absperren oder eine definierte Materialaufbereitung im Vordergrund steht.
Abgrenzung zu Anguss, Heisskanaldüsen und Werkzeugen
Diese Leistung betrifft Düsen an der Spritzgiessmaschine beziehungsweise am direkten Übergang zur Form. Der Anguss ist dagegen Teil der Werkzeuggeometrie, über den die Schmelze in die Kavität gelangt. Heisskanaldüsen sind im Werkzeug integrierte Komponenten eines Heisskanalsystems und nicht mit der Maschinendüse gleichzusetzen. Heisskanalwerkzeuge, Spritzgusswerkzeuge oder Druckgussformen beschreiben ganze Werkzeugsysteme und nicht die einzelne Düse als Bauteil.