Was bei der Innendruck-Messung im Werkzeug erfasst wird
Gemessen wird der Druck, der während eines Zyklus im Werkzeug auf den Kunststoff wirkt. Der entstehende Kurvenverlauf zeigt, wie sich die Kavität füllt, wann der Druck ansteigt, wie die Nachdruckphase verläuft und wann der Druck wieder abfällt. Im Unterschied zu Maschinenwerten bildet die Innendruck-Messung den Zustand direkt im Werkzeug ab. Dadurch lassen sich reale Prozessabweichungen erkennen, die an der Maschine allein nicht immer sichtbar sind.
Typische Einsatzfelder in der Kunststoffverarbeitung
Eingesetzt wird die Innendruck-Messung vor allem im Spritzguss, wenn Prozesse stabil eingerichtet und reproduzierbar geführt werden sollen. Sie wird bei der Werkzeugbemusterung genutzt, um geeignete Prozessfenster festzulegen und den Umschaltpunkt werkzeugbezogen zu bestimmen. Auch bei Mehrfachwerkzeugen, anspruchsvollen Geometrien oder engen Toleranzvorgaben liefert der Druckverlauf zusätzliche Informationen zur Formfüllung und zum Nachdruckverhalten. In der Serie kann das Signal für die laufende Beurteilung einzelner Zyklen herangezogen werden.
Sensorik, Einbauposition und Auswertekonzept
Für die Innendruck-Messung ist nicht nur der Sensor selbst relevant, sondern auch seine Position im Werkzeug. Je nach Werkzeugkonzept wird direkt kavitätsnah oder an einem konstruktiv geeigneten Messpunkt erfasst. Massgebend sind unter anderem Messbereich, thermische Belastung, Bauraum, Anschlussart und die spätere Signalauswertung. Die Aussagekraft der Messung hängt stark davon ab, an welcher Stelle des Fliesswegs gemessen wird und wie die Messdaten in die Prozessüberwachung eingebunden sind.
Abgrenzung zu anderem Werkzeugzubehör
Innendruck-Messung ist innerhalb des Werkzeugzubehörs auf die direkte Erfassung eines Prozesssignals im Werkzeug ausgerichtet. Sie unterscheidet sich damit von Überwachungsgeräten, die als übergeordnete Auswerte- oder Kontrolltechnik eingesetzt werden und nicht zwingend selbst im Werkzeug messen. Von Einsätzen, Beschichtungen oder Reparaturen grenzt sie sich ab, weil hier nicht die Werkzeuggeometrie oder Instandsetzung im Vordergrund steht, sondern die messtechnische Erfassung des Formprozesses. Heizgeräte und Kühlgeräte beeinflussen die Prozessbedingungen, während die Innendruck-Messung diese Bedingungen im Werkzeugzustand nachvollziehbar macht.