Was unter Fütterung bei Bienen zu verstehen ist
Bei Bienen meint Fütterung die kontrollierte Gabe von Nahrung als Ergänzung oder Ersatz zur natürlichen Sammlung von Nektar und Pollen. In der imkerlichen Praxis steht meist die Versorgung mit Kohlenhydraten im Vordergrund, damit Völker oder Ableger ihre Entwicklung fortsetzen oder Futterreserven aufbauen können. Die Fütterung muss zur Jahreszeit, zum Zustand des Volks und zum vorgesehenen Zweck passen.
Typische Einsatzsituationen in der Imkerei
Gefüttert wird vor allem nach der Honigernte zur Auffüllung der Wintervorräte, bei neu gebildeten Ablegern sowie in Phasen mit schwachem Trachtangebot. Auch bei Kunstschwärmen oder nach Eingriffen in die Volksführung kann eine gezielte Futtergabe nötig sein. Entscheidend ist jeweils, ob das Volk seinen Bedarf aus eigenen Quellen decken kann oder vorübergehend Unterstützung braucht.
Futtermittel und Formen der Futtergabe
Zur Bienenfütterung werden je nach Einsatz flüssige oder feste Futtermittel verwendet. Eine häufige Ausprägung ist Futtersirup, der vor allem für die Einfütterung und die Versorgung von Ablegern genutzt wird. Daneben kommen je nach Situation weitere Futterformen in Frage, etwa gebrauchsfertige Mischungen oder festes Futter. Die Auswahl richtet sich nach Handhabung, Aufnahme durch die Bienen und dem vorgesehenen Zeitpunkt der Gabe.
Abgrenzung zu Haltung, Imkereibedarf, Produkt und Zucht
Fütterung ist innerhalb des Bereichs Bienen ein eigener Leistungsbereich. Im Unterschied zur Haltung geht es nicht um Beutensysteme, Standorte oder die laufende Pflege des Bienenvolks, sondern um die Bereitstellung von Nahrung. Gegenüber Imkereibedarf steht nicht die Ausrüstung wie Fütterer oder Behälter im Vordergrund, sondern das Futter selbst und dessen Anwendung. Von Produkt unterscheidet sich die Fütterung klar, weil sie die Versorgung des Volks betrifft und nicht die Vermarktung oder Verarbeitung von Honig, Wachs oder anderen Erzeugnissen. Zur Zucht gehört die Auswahl und Vermehrung von Linien oder Königinnen, nicht die Futterstrategie.