Was Sonderschweissmaschinen auszeichnet
Im Unterschied zu allgemeinen Schweissmaschinen werden Sonderschweissmaschinen nicht als universell einsetzbare Einzelgeräte verstanden, sondern als anwendungsspezifische Anlagen. Ihre Auslegung richtet sich nach Werkstückform, Werkstoff, Fügezone, Stückzahl und Prozessfolge. Je nach Aufgabe kann die Maschine eine manuelle Beladung mit automatischem Schweissablauf oder einen vollständig verketteten Betrieb umfassen. Typisch sind angepasste Aufnahmen, definierte Bewegungsachsen, abgestimmte Energieeinbringung und eine reproduzierbare Bauteilführung.
Typische Fertigungsaufgaben und Einsatzbereiche
Sonderschweissmaschinen werden vor allem für wiederkehrende Verbindungen mit klar definiertem Bauteilspektrum eingesetzt. Das betrifft beispielsweise rotationssymmetrische Teile, komplexe Baugruppen mit fester Nahtlage oder Produkte, bei denen mehrere Schweisspunkte beziehungsweise Nähte in einer festen Reihenfolge gesetzt werden müssen. Auch bei hohen Anforderungen an Taktzeit, Prozesssicherheit oder geringe Bedienerabhängigkeit sind sie relevant. In der Metallverarbeitung finden sich solche Lösungen unter anderem bei Serienbauteilen, Komponenten mit mehreren Fügeoperationen oder produktgebundenen Fertigungsinseln.
Mögliche Ausprägungen und technische Bestandteile
Die konkrete Ausführung hängt vom eingesetzten Schweissverfahren und vom Automatisierungsgrad ab. Eine Sonderschweissmaschine kann als Einzelstation, Rundtaktsystem, Transferanlage oder roboterunterstützte Spezialzelle aufgebaut sein. Häufig gehören Spannvorrichtungen, Werkstückaufnahmen, Positioniersysteme, Sensorik, Prozessüberwachung und sicherheitstechnische Einhausungen zum Gesamtsystem. Auch die Kombination mit Zuführtechnik oder einfachen Prüfstationen ist möglich. Damit unterscheidet sich die Leistung von reinen Schweissvorrichtungen, die primär das Werkstück fixieren, ohne den vollständigen Maschinenprozess abzubilden.
Abgrenzung zu anderen Schweiss- und Schneidsystemen
Innerhalb der Kategorie Brennschneidmaschinen, Schneidmaschinen und Schweissmaschinen umfasst Sonderschweissmaschinen jene Lösungen, die nicht sinnvoll über eine Standardmaschinenklasse beschrieben werden können. Sie sind deshalb von Laserschweissmaschinen, Reibschweissmaschinen, Nahtschweissmaschinen oder Buckelschweissmaschinen zu unterscheiden, die jeweils ein klar abgegrenztes Verfahren bezeichnen. Auch Schweissroboter sind nicht automatisch Sonderschweissmaschinen: Ein Roboter ist zunächst eine Automatisierungseinheit und wird erst durch die anwendungsspezifische Einbindung in Spanntechnik, Ablaufsteuerung und Peripherie Teil einer Sonderanlage. Von Schneidmaschinen wie Plasma-, Laser- oder Wasserstrahlsystemen grenzt sich die Leistung durch den Fokus auf das Fügen statt auf das Trennen ab.