Abdichtung zwischen Kolben und Zylinder
Eine Kolbendichtung sitzt am Kolben und verhindert, dass Druckmedium von einer Zylinderkammer in die andere übertritt. Dadurch bleibt die Kraftübertragung im Zylinder definiert, und interne Leckage wird begrenzt. Im Unterschied zu statischen Dichtungen arbeitet sie unter Bewegung und muss sowohl abdichten als auch Reibung, Verschleiss und Laufverhalten berücksichtigen.
Einsatz in Hydraulik- und Pneumatikzylindern
Kolbendichtungen werden in linearen Antrieben verwendet, etwa in Industrieanlagen, Maschinenbaugruppen oder mobilen Systemen mit Zylindern. In hydraulischen Anwendungen stehen Druckbeständigkeit und Leckageverhalten im Vordergrund, in pneumatischen Anwendungen oft ein leichtes Ansprechverhalten und geringe Reibung. Die konkrete Ausführung hängt auch davon ab, ob der Zylinder einfach- oder doppeltwirkend arbeitet.
Bauformen und Auswahlkriterien
Kolbendichtungen sind in unterschiedlichen Profilen und Konstruktionsarten erhältlich, je nach Einbausituation und Belastung. Auswahlkriterien sind unter anderem Druckrichtung, Temperaturbereich, Hubgeschwindigkeit, Schmierung, Oberflächenqualität des Zylinders und das eingesetzte Medium. In anspruchsvolleren Anwendungen werden Dichtsysteme mit Stütz- oder Führungselementen kombiniert, um Extrusion, Kippen oder ungleichmässigen Verschleiss zu reduzieren.
Abgrenzung zu Abstreifern und Radialwellendichtungen
Innerhalb der Leistung Dichtungen gehören Kolbendichtungen zu den dynamischen Dichtelementen für lineare Bewegungen im Zylinderinneren. Abstreifer übernehmen dagegen die Aufgabe, Schmutz, Feuchtigkeit oder Partikel an der Kolbenstange von aussen zurückzuhalten; sie dichten nicht die Druckkammer am Kolben ab. Radialwellendichtungen sind für rotierende Wellen ausgelegt und damit funktional von Kolbendichtungen zu trennen.