Funktionsprinzip und elektrische Eigenschaften
Beim Asynchronmotor erzeugt der Stator ein rotierendes Magnetfeld, das im Rotor Ströme induziert und so das Drehmoment aufbaut. Die Rotordrehzahl liegt dabei unter der synchronen Drehzahl des Statorfelds; diese Differenz wird als Schlupf bezeichnet. Die erreichbare Drehzahl hängt unter anderem von Netzfrequenz und Polzahl ab. Asynchronmotoren werden meist als Drehstrommotoren ausgeführt, da sich damit ein gleichmässiges Drehfeld und ein robuster Betrieb realisieren lassen.
Typische Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau
Asynchronmotoren werden dort eingesetzt, wo rotierende Bewegungen zuverlässig und über längere Zeit bereitgestellt werden müssen. Typische Anwendungen sind Förderbänder, Pumpen, Lüftungsaggregate, Gebläse, Mischer, Kompressoren sowie Antriebe an Bearbeitungs- und Produktionsmaschinen. In der Metallbranche finden sie sich beispielsweise an Transportstrecken, Kühlschmierstoffpumpen, Absauganlagen oder Hilfsantrieben von Maschinen. Für viele dieser Aufgaben steht nicht die hochdynamische Positionierung im Vordergrund, sondern ein stabiler und wirtschaftlich integrierbarer Dauerbetrieb.
Bauformen, Netzanschluss und Regelung
Zu den gebräuchlichen Ausprägungen gehören Drehstrom-Asynchronmotoren und, für einfachere Anwendungen, Einphasen-Asynchronmotoren. Häufig sind Käfigläufermotoren, weil sie konstruktiv vergleichsweise einfach aufgebaut sind. Je nach Anwendung erfolgt der Betrieb direkt am Netz oder über einen Frequenzumrichter, um Drehzahl und Anlaufverhalten gezielt zu beeinflussen. Relevante Auswahlkriterien sind unter anderem Leistung, Drehzahlbereich, Anlaufmoment, Baugrösse, Einbaulage und die Umgebungsbedingungen der Maschine oder Anlage.
Abgrenzung zu anderen Motorarten
Innerhalb der Kategorie Antriebe und Motoren stehen Asynchronmotoren für klassische rotierende Industrieantriebe mit Fokus auf kontinuierliche Bewegung. Gegenüber Gleichstrommotoren benötigen sie keine klassische Gleichstromversorgung und werden in industriellen Anlagen oft anders angesteuert. Im Unterschied zu Schrittmotoren und Servomotoren sind sie nicht primär für exakte Schrittfolgen oder hochpräzise Positionieraufgaben ausgelegt. Zu Langsamläufermotoren, Trommelmotoren oder Linearantrieben unterscheiden sie sich zudem durch ihr allgemeines Funktionsprinzip und ihren typischen Einsatz als standardisierbarer Rotationsantrieb.