Werkzeuge für blas- und giessbasierte Formgebung
Bei Blasen und Giessen bestimmen Werkzeug und Formgeometrie die spätere Kontur des Werkstücks. Anders als bei zerspanenden Verfahren wird Material nicht durch Bohren, Fräsen oder Drehen abgetragen, sondern in eine Form eingebracht oder gegen eine Form ausgeprägt. Zum Leistungsbereich gehören deshalb vor allem formgebende Werkzeuge, Formhälften, Einsätze und konstruktive Komponenten, die für wiederholbare Formgebung in industriellen Prozessen ausgelegt sind.
Typische Einsatzfelder in der Metall- und Kunststoffverarbeitung
Werkzeuge aus diesem Bereich werden dort eingesetzt, wo Bauteile mit definierter Hohlraum- oder Aussenkontur wirtschaftlich in Serie hergestellt werden. Blasformen kommen bei hohlen Formteilen zum Einsatz, während Druckgusswerkzeuge für das Giessen von Metallen unter Druck vorgesehen sind. Spritzgusswerkzeuge werden für geformte Kunststoffteile verwendet und sind in dieser Systematik den formgebenden Werkzeugen zugeordnet, nicht den Bearbeitungsmaschinen.
Blasformen, Druckgusswerkzeuge und Spritzgusswerkzeuge
Blasformen sind auf die Herstellung von Hohlkörpern ausgelegt und formen das Werkstück durch den Innendruck des eingebrachten Mediums. Druckgusswerkzeuge dienen dem Einbringen von flüssigem Metall in eine Werkzeugkavität und müssen auf den jeweiligen Prozess abgestimmt sein. Spritzgusswerkzeuge bilden die Form für eingespritzte Kunststoffschmelze und können je nach Bauteil mit unterschiedlichen Kavitäten, Einsätzen oder Auswerferkonzepten aufgebaut sein. Diese Unterleistungen unterscheiden sich im Werkstoff und im Verfahren, gehören aber alle zur Gruppe der formgebenden Werkzeuge.
Abgrenzung innerhalb von Werkzeugen und Werkzeugzubehör
Blasen und Giessen ist innerhalb der Vorrichtungen, Werkzeuge und des Werkzeugzubehörs von spanenden Leistungen wie Bohren und Senken oder Schneiden und Fräsen klar zu trennen. Dort steht die Materialabnahme im Vordergrund, hier die Formgebung über eine Werkzeugkontur. Gegenüber Handling und Positionierung geht es nicht um die Bewegung oder Lage des Werkstücks, sondern um die eigentliche Form. Von Normalien und Werkzeugsystemen unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass sie auf anwendungsspezifische Formen und Werkzeuge für konkrete Herstellverfahren zielt.