Spanende Gravur mit definiertem Linienbild
Ein Gravierstichel trägt Material gezielt von der Oberfläche ab und erzeugt dadurch eine dauerhaft eingeschnittene Markierung oder Kontur. Je nach Einsatz erfolgt die Führung von Hand, mit gravurtechnischen Vorrichtungen oder in maschinellen Systemen. Im Unterschied zu rein aufgesetzten Kennzeichnungen entsteht die Gravur durch einen kontrollierten Schneidprozess.
Typische Anwendungen auf Metalloberflächen
Gravierstichel werden für Beschriftungen, Nummerierungen, Skalen, Ornamente und technische Kennzeichnungen verwendet. Typische Einsatzfelder sind Bauteile mit dauerhafter Identifikation, Werkzeuge, Formen, Schilder sowie fein bearbeitete Sichtflächen. Neben funktionalen Markierungen sind auch dekorative Gravuren mit präzisen Linien und Übergängen möglich.
Ausführungen nach Spitze, Profil und Aufnahme
Die Ausführung eines Gravierstichels richtet sich nach Gravurtiefe, Linienbreite, Konturgeometrie und Bearbeitungsverfahren. Unterschiede bestehen unter anderem bei Spitzenwinkel, Schneidenprofil, Schaftform und Spannsystem. Für feine Schrift, breite Züge, Innenkonturen oder wiederholgenaue Serienbearbeitung kommen entsprechend angepasste Geometrien zum Einsatz.
Abgrenzung zu Markier-, Schleif- und Entgratwerkzeugen
Innerhalb der Oberflächenbearbeitung dienen Gravierstichel der gezielten Erzeugung von Vertiefungen mit definierter Form. Markierwerkzeuge setzen eher Anrisse oder oberflächliche Kennzeichnungen, während Brennstempel Zeichen durch Druck oder thermische Einwirkung übertragen. Schleifen, Polierwerkzeuge und Entgratwerkzeuge verändern vor allem Rauheit, Kanten oder Oberflächengüte, jedoch nicht den gravierten Informations- oder Dekorverlauf.