Bodenbündiger Abschluss ohne feste Schwelle
Bei einem schwellenlosen Türverschluss wird der untere Türabschluss so gelöst, dass keine aufragende Schwelle im Durchgang liegt. Je nach System erfolgt die Funktion über im Türblatt integrierte Elemente, bodenseitige Dichtlösungen oder konstruktive Anschlüsse im Rahmenbereich. Im Brandschutz ist dabei nicht nur die Schliessung der Tür relevant, sondern das Verhalten des gesamten Türelements im vorgesehenen Einsatzfall. Entscheidend ist daher die Abstimmung von Türblatt, Zarge, Beschlägen, Bodenanschluss und gegebenenfalls Dichtungskomponenten.
Typische Einsatzbereiche im Brandschutz
Schwellenlose Türverschlüsse kommen vor allem dort in Frage, wo Brandschutzabschlüsse in häufig genutzten Durchgängen liegen und gleichzeitig ein möglichst hindernisarmer Bodenübergang gefordert ist. Das betrifft etwa öffentliche Gebäude, Gesundheitsbauten, Bildungsbauten, Verwaltungsbereiche oder Erschliessungszonen mit Transportverkehr. Auch in Sanierungen kann die Lösung relevant sein, wenn vorhandene Bodenaufbauten, Nutzungsanforderungen oder Anforderungen an die Zugänglichkeit gegen eine klassische Schwelle sprechen. Die Eignung hängt jedoch immer vom konkreten Türelement und dessen Nachweisen ab.
Ausführungen und planerische Punkte
Unterschieden wird unter anderem zwischen rein mechanischen Abschlüssen und Systemen, die beim Schliessen der Tür automatisch eine bodenseitige Dichtung aktivieren. Je nach Türart können ein- oder zweiflügelige Ausführungen, unterschiedliche Bodenbeläge sowie spezielle Anforderungen an Schallschutz, Rauchschutz oder Nutzungsfrequenz eine Rolle spielen. In der Planung sind insbesondere Einbauhöhe, Bodenebenheit, Türspalt, Anschlagart und die Kompatibilität mit vorhandenen Beschlägen zu prüfen. Bei Brandschutztüren ist relevant, ob die gewünschte Lösung Bestandteil eines geprüften oder zugelassenen Systems ist.
Abgrenzung zu Türschliesser und anderen Brandschutzsystemen
Ein schwellenloser Türverschluss ist nicht dasselbe wie ein Türschliesser. Der Türschliesser steuert in erster Linie die Bewegung des Türblatts, während der schwellenlose Türverschluss den unteren Abschluss ohne feste Schwelle löst. Von Rauchabzugsanlagen und RWA-Steuerungen unterscheidet sich die Leistung ebenfalls klar: Diese dienen der Rauchableitung und Ansteuerung im Brandfall, nicht dem Abschluss eines einzelnen Türdurchgangs. Innerhalb der Hierarchie Brandschutz ist der schwellenlose Türverschluss daher eine bauteilbezogene Lösung am Türelement und keine anlagentechnische Brandschutzmassnahme.