Materialeigenschaften von Karton in der Verpackungsherstellung
Karton besteht aus Faserstoffen und kann einlagig oder mehrlagig aufgebaut sein. Je nach Zusammensetzung kommen Frischfasern, Recyclingfasern oder kombinierte Aufbauten zum Einsatz. Für die Verpackungsherstellung sind vor allem Biegesteifigkeit, Dicke, Rillverhalten, Kantenstabilität und die Eignung für Druck und Veredelung relevant. Zusätzlich beeinflussen gestrichene, ungestrichene, kaschierte oder funktional beschichtete Oberflächen, wie gut sich das Material für Produktpräsentation, Schutz oder Weiterverarbeitung eignet.
Typische Anwendungen für Kartonverpackungen
Karton wird in der Verpackungsbranche für Verkaufs-, Sekundär- und Schutzverpackungen eingesetzt. Typische Anwendungen sind Faltschachteln für Konsumgüter, Trays, Zuschnitte, Warendisplays, Buchverpackungen, Kartonhülsen sowie Einlagen zur Fixierung von Produkten. Im Lebensmittelbereich kommen je nach Produkt auch barriereausgerüstete Qualitäten zum Einsatz, etwa für fettige, tiefgekühlte oder feuchte Inhalte. Für hochwertige Druckbilder wird häufig Karton mit geeigneter Oberfläche gewählt, während bei Transport- oder Sammelverpackungen eher Stabilität und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen.
Kartonarten nach Aufbau, Oberfläche und Schutzfunktion
Innerhalb der Materialgruppe Karton gibt es zahlreiche Ausprägungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Chromokarton, Elfenbeinkarton oder gestrichener Karton werden verwendet, wenn eine gleichmässige, bedruckbare Oberfläche gefragt ist. Graukarton, Buchbinderkarton oder Maschinenkarton sind eher auf Festigkeit und konstruktive Aufgaben ausgerichtet. Faltschachtelkarton ist auf die industrielle Verarbeitung in Stanz- und Faltprozessen ausgelegt. Für spezielle Anforderungen stehen unter anderem Becherkarton und Dosenkarton, Fettbarrierekarton, Tiefkühlkarton, wasserdampfdichter Karton, säurefreier Karton oder Sicherheitskarton zur Verfügung. Kaschierter Karton kombiniert Karton mit weiteren Materiallagen, während Rollenwellkarton und Wellkarton zusätzliche strukturelle Stabilität durch einen gewellten Aufbau bieten.
Abgrenzung zu Rohpapier, Packpapieren und anderen Materialien
In der Hierarchie der Verpackungsbranche gehört Karton zur Ebene der Herstellungsmaterialien. Gegenüber Rohpapier bezeichnet Karton nicht den faserbasierten Grundstoff, sondern das bereits für konkrete Verpackungsanwendungen ausgelegte Material. Von Packpapieren unterscheidet sich Karton durch höhere Steifigkeit und bessere Formgebung für Schachteln und Zuschnitte. Im Vergleich zu Folien und Kunststoffen bietet Karton andere Eigenschaften bei Haptik, Bedruckbarkeit und Formstabilität, erreicht aber Barrierewerte oft erst durch Beschichtungen oder Materialverbunde. Glas und Metall sind als starre Packmittel andere Werkstoffklassen und werden eher für Behälter als für flach verarbeitete Stanz- und Faltelemente eingesetzt.