Was unter einem Wintergarten baulich zu verstehen ist
Ein Wintergarten besteht in der Regel aus einer tragenden Rahmenkonstruktion mit grossflächiger Verglasung in Fassade und Dach. Die Ausführung muss auf Wind- und Schneelasten, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung sowie den Anschluss an das bestehende Gebäude abgestimmt sein. Relevant sind dabei unter anderem Fundament, Abdichtung, Entwässerung, thermische Trennung und die Ausbildung der Anschlüsse an Wand, Boden und Dach.
Typische Nutzungskonzepte und Planungsfragen
Wintergärten werden als Erweiterung von Wohnbereichen, als Essplatz, Aufenthaltsraum, Pflanzenraum oder als klimatischer Übergangsbereich eingesetzt. Die konkrete Nutzung beeinflusst die Anforderungen an Heizung, Lüftung, Beschattung, Verglasung und sommerlichen Wärmeschutz. Auch Ausrichtung, Tageslicht, Privatsphäre und die spätere Möblierung sind früh zu berücksichtigen, weil sie die Konstruktion und Dimensionierung mitbestimmen.
Bauweisen, Materialien und technische Ausprägungen
Unterschieden wird häufig zwischen unbeheizten Kaltwintergärten und beheizten Wohnwintergärten mit höherem Ausbaustandard. Für die Konstruktion kommen je nach Konzept Holz, Aluminium, Stahl oder Materialkombinationen zum Einsatz. Technisch variieren Wintergärten unter anderem bei Verglasung, Öffnungselementen, Dachform, Beschattung, Lüftung und beim Grad der Einbindung in die Gebäudehülle.
Abgrenzung zu Balkonen und Terrassen
Innerhalb der übergeordneten Leistung Balkone, Terrassen und Wintergärten unterscheiden sich Wintergärten klar durch ihre geschlossene, verglaste Bauweise. Balkone sind auskragende oder vorgelagerte Aussenflächen, Terrassen offene Aufenthaltsflächen auf Boden- oder Dachniveau. Ein Wintergarten ist dagegen ein konstruktiv und bauphysikalisch anspruchsvoller Raum mit wettergeschützter Hülle und deutlich engerer Anbindung an das Gebäude.