Was kunststoffvergütete Putze auszeichnet
Bei kunststoffvergüteten Putzen wird ein mineralischer Putzmörtel durch Kunststoffzusätze ergänzt. Dadurch lassen sich bestimmte Eigenschaften des Putzes anpassen, etwa die Haftung auf geeigneten Untergründen, die Geschmeidigkeit beim Auftragen oder die Widerstandsfähigkeit gegenüber feinen Spannungen im Putzaufbau. Die Vergütung verändert damit den Charakter eines mineralischen Putzes, ohne ihn zu einem rein kunststoffgebundenen Putz zu machen.
Typische Einsatzbereiche an Wänden und Decken
Solche Putze kommen im Innen- und je nach System auch im geschützten Aussenbereich zum Einsatz, insbesondere auf Flächen mit erhöhten Anforderungen an Verbund und Oberflächenstabilität. Typisch sind Anwendungen im Wohnungsbau, in Treppenhäusern, Korridoren oder bei Sanierungen mit gemischten Untergründen. Auch bei Übergängen zwischen verschiedenen Baustoffen kann ein kunststoffvergüteter Putz sinnvoll sein, wenn das gewählte System für den jeweiligen Untergrund freigegeben ist.
Materialverhalten und übliche Ausprägungen
Kunststoffvergütete Putze sind in unterschiedlichen Körnungen, Schichtstärken und Oberflächenstrukturen erhältlich. Je nach Rezeptur können sie als Grundputz, Deckputz oder im abgestimmten Systemaufbau verwendet werden. Die konkrete Eignung hängt unter anderem von Untergrund, Feuchtebeanspruchung, gewünschter Oberflächenqualität und dem weiteren Ausbauaufbau ab. Entscheidend ist die Abstimmung von Putz, Grundierung und gegebenenfalls Armierung innerhalb eines zusammenpassenden Systems.
Abgrenzung zu mineralisch und kunststoffgebunden
Innerhalb der Deckenputze und Wandputze liegen kunststoffvergütete Putze zwischen rein mineralisch gebundenen und kunststoffgebundenen Varianten. Mineralisch gebundene Putze kommen ohne diese Vergütung aus und verhalten sich entsprechend anders in Verarbeitung und Haftung. Kunststoffgebundene Putze basieren stärker auf organischen Bindemitteln und unterscheiden sich im Aufbau deutlicher vom klassischen mineralischen Putz. Kombinierte Systeme beschreiben dagegen eher den Aufbau oder die Kombination mehrerer Putzarten als eine einzelne materialtechnische Bindungsart.