Funktion von EMV-Abschirmungsschläuchen
Ein EMV-Abschirmungsschlauch umhüllt einzelne Leitungen oder Leitungsbündel mit einer leitfähigen oder abschirmenden Struktur. Dadurch können eingekoppelte Störungen vermindert und unerwünschte elektromagnetische Emissionen begrenzt werden. Entscheidend ist nicht nur der Schlauch selbst, sondern auch die fachgerechte Einbindung in das Gesamtsystem, insbesondere an Anschlusspunkten, Übergängen und bei der Potentialanbindung.
Typische Einsatzbereiche in Elektro- und Verteilanlagen
Verwendet werden Abschirmungsschläuche EMV unter anderem in Schaltschränken, Unterverteilungen, Anlagen mit Steuer- und Signalleitungen sowie bei Installationen mit empfindlicher Mess-, Regel- oder Kommunikationstechnik. Sie sind dort sinnvoll, wo Leitungen durch störbelastete Bereiche geführt werden oder verschiedene Leitungstypen räumlich eng zusammenliegen. Auch bei Nachrüstungen können sie eingesetzt werden, wenn eine zusätzliche Abschirmung an bestehenden Leitungswegen erforderlich ist.
Ausführungen und Auswahlkriterien
Abschirmungsschläuche sind in unterschiedlichen Materialien, Flecht- oder Gewebeformen und Durchmesserbereichen erhältlich. Je nach Anwendung stehen Flexibilität, Temperaturverhalten, mechanische Belastbarkeit oder die Art der Kontaktierung im Vordergrund. Für die Auswahl sind insbesondere der Leitungsaufbau, der verfügbare Einbauraum, die erforderliche Schirmwirkung sowie die Anbindung an die übrige EMV-gerechte Installation relevant.
Abgrenzung zu Schutzschläuchen, Elektrorohren und Erdungskomponenten
Im Unterschied zu Isolierschläuchen oder Schutzschläuchen liegt der Zweck von Abschirmungsschläuchen EMV nicht primär im mechanischen oder thermischen Schutz, sondern in der elektromagnetischen Abschirmung. Gegenüber Elektrorohren sind sie meist auf die EMV-Funktion und eine flexible Leitungsumhüllung ausgerichtet, nicht auf die klassische Leitungsführung im Baukörper. Sie ersetzen zudem keine Fundamenterdung oder andere Erdungskomponenten, sondern wirken nur im Zusammenspiel mit einer korrekt geplanten Erdungs- und Potentialausgleichsstruktur.