Funktion von Elektrorohren in der Leitungsführung
Elektrorohre nehmen einzelne Leiter oder Kabel auf und schützen sie vor mechanischer Beanspruchung, Verschmutzung und je nach Ausführung auch vor Feuchtigkeit oder anderen Umgebungseinflüssen. Sie strukturieren den Leitungsverlauf und erleichtern die Trennung verschiedener Stromkreise oder Installationsbereiche. Bei geeigneter Planung können Leitungen in Rohren später nachgezogen, ergänzt oder ersetzt werden, ohne dass Bauteile geöffnet werden müssen.
Typische Einbausituationen im Hochbau
Elektrorohre werden unter Putz, auf Putz, in Hohlwänden, Decken, Schächten und Installationskanälen verlegt. In Technikräumen und bei Verteilungen dienen sie dazu, Zuleitungen und abgehende Leitungen sauber zu bündeln und in definierte Richtungen zu führen. Auch bei Betonierarbeiten oder bei verdeckten Installationen werden Rohre eingesetzt, wenn der Leitungsweg früh festgelegt und baulich geschützt werden soll.
Bauarten und Materialausführungen
Je nach Einsatzbereich kommen starre oder flexible Elektrorohre aus Kunststoff oder Metall zum Einsatz. Starre Rohre eignen sich für geradlinige, formstabile Installationen, flexible Ausführungen für enge Bauräume, Richtungswechsel oder vorgegebene Einbausituationen. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach Verlegeart, mechanischer Belastung, Biegeradien, Platzverhältnissen und den Anforderungen an das Brandverhalten der Installation.
Abgrenzung zu Schutzschläuchen und anderen Elektrokomponenten
Elektrorohre bilden einen definierten Installationsweg über einen längeren Streckenverlauf. Im Unterschied zu Isolierschläuchen oder Schutzschläuchen, die eher dem lokalen Schutz einzelner Leitungsabschnitte dienen, sind Elektrorohre Teil der festen Leitungsführung im Gebäude. Sie ersetzen keine Klemmen, Steckverbinder oder Schaltgeräte, sondern ergänzen diese als mechanische Infrastruktur für die Verlegung elektrischer Leiter und Kabel.