Wie Freonwarnanlagen Kältemittelleckagen erfassen
Die Anlagen messen kontinuierlich die Konzentration des überwachten Kältemittels in der Raumluft. Dazu werden fest installierte Sensoren an geeigneten Messpunkten eingesetzt, die auf das jeweilige Kältemittel oder eine passende Stoffgruppe abgestimmt sind. Wird ein definierter Schwellenwert erreicht, löst das System optische oder akustische Warnungen aus und kann Meldungen an Gebäudeleittechnik, Lüftung oder andere technische Einrichtungen weitergeben. Damit lassen sich Leckagen in einem frühen Stadium erkennen, bevor sie im Betrieb unbemerkt bleiben.
Einsatzorte in Technikräumen und Kälteanlagen
Freonwarnanlagen werden vor allem dort eingesetzt, wo Kältemittel in grösserer Menge geführt, gespeichert oder verdichtet werden. Typische Bereiche sind Maschinenräume von Kälteanlagen, Technikzentralen mit Kältemaschinen, Aufstellräume von Wärmepumpen sowie Zonen mit Verdichtern, Sammlern, Armaturen oder Leitungsdurchführungen. Auch in gewerblichen Kühl- und Tiefkühlanlagen können solche Überwachungen vorgesehen sein. Die Platzierung der Sensoren hängt unter anderem davon ab, ob sich das Kältemittel im Leckagefall eher in Bodennähe, im mittleren Raumbereich oder unter der Decke anreichert.
Aufbau, Signalwege und Ausführungen
Je nach Anlage kommen Einzelgeräte oder mehrkanalige Systeme mit mehreren Messstellen zum Einsatz. Zum Aufbau gehören in der Regel Sensoren, eine Auswerte- oder Zentraleinheit, Alarmgeber sowie Schnittstellen für Meldungen und Schaltfunktionen. In grösseren technischen Anlagen können mehrere Räume oder Teilbereiche gemeinsam überwacht werden. Die konkrete Ausführung wird nach Kältemitteltyp, Raumgeometrie, möglicher Leckagegrösse und gewünschter Einbindung in die Gebäudetechnik festgelegt. Für den zuverlässigen Betrieb sind Funktionsprüfungen und die fachgerechte Kontrolle der Sensorik erforderlich.
Abgrenzung zu CO-Warnanlagen, Gaswarnsystemen und Explosionsschutz
Freonwarnanlagen sind auf die Überwachung bestimmter Kältemittel ausgelegt und damit enger gefasst als allgemeine Gaswarnsysteme. Sie unterscheiden sich von CO-Warnanlagen, die Kohlenmonoxid aus Verbrennungsprozessen detektieren, und von Explosionsschutzsystemen, die auf brennbare Gase und zündfähige Atmosphären ausgerichtet sind. Auch eine Sauerstoff-Messung verfolgt ein anderes Messprinzip und eine andere Gefährdungslage. In der Hierarchie der Schwachstromanlagen gehören Freonwarnanlagen deshalb als spezialisierte Untergruppe zu den Gasalarmanlagen.