Ethernet als Kommunikationsbasis in Gebäudesystemen
Im Umfeld der Gebäudesystemtechniken beschreibt Ethernet die Netzwerkinfrastruktur, über die digitale Daten paketbasiert übertragen werden. Es verbindet aktive Komponenten wie Switches, Controller, Gateways, Bedienstellen und Server mit Feldgeräten oder Unterstationen, sofern diese IP-fähig ausgeführt sind. Damit bildet Ethernet nicht die Gebäudeautomation als solche, sondern die technische Grundlage für Kommunikation, Visualisierung, Protokollumsetzung und übergeordnete Vernetzung.
Typische Einsatzbereiche in Schwachstromanlagen
Ethernet wird in Gebäuden für die Vernetzung von Managementsystemen, Visualisierungen, Automationsstationen, Kommunikationsanlagen und sicherheitstechnischen Systemen eingesetzt. Häufige Anwendungen sind IP-basierte Überwachung, Türkommunikation, zentrale Störungsaufschaltung, Fernzugriff auf Anlagen sowie die Verbindung zwischen Technikräumen, Verteilern und Leitständen. Auch bei der Zusammenführung mehrerer Gewerke in einer gemeinsamen Netzwerkinfrastruktur ist Ethernet verbreitet.
Ausprägungen und technische Umsetzungen
In der Praxis wird Ethernet über Kupferverkabelung oder über Glasfaser umgesetzt, abhängig von Distanz, Umgebung und Netzarchitektur. Je nach Anlage kommen getrennte Netze oder logisch segmentierte Teilnetze für unterschiedliche Funktionen zum Einsatz, etwa für Automation, Sicherheit oder Gebäudemanagement. Ebenfalls relevant ist Power over Ethernet, wenn Endgeräte wie Sensorik, Bedienstellen oder Kameras über dasselbe Kabel mit Daten und Energie versorgt werden sollen.
Abgrenzung zu KNX, BACnet und klassischen Bussystemen
Ethernet ist von Protokollen und Bussystemen zu unterscheiden, die in derselben Hierarchie als eigene Leistungen auftreten. KNX, LON, Modbus oder M-Bus beschreiben spezifische Kommunikations- oder Automationssysteme, während Ethernet in vielen Fällen die darunterliegende Transportinfrastruktur oder ein IP-basiertes Netzwerk darstellt. Auch BACnet kann je nach Ausführung über Ethernet beziehungsweise IP-Netze betrieben werden. Im Unterschied zu klassischen Bus-Installationssystemen wird Ethernet vor allem dort gewählt, wo grössere Datenmengen, IP-Anbindung oder eine gewerkeübergreifende Netzwerkintegration gefordert sind.