Was mit Funk-BUS in der Gebäudesystemtechnik gemeint ist
Bei einem Funk-BUS tauschen Feldgeräte ihre Signale nicht über eine klassische Busleitung, sondern über Funk aus. Trotzdem bleibt die busartige Struktur erhalten: Geräte werden adressiert, Funktionen logisch verknüpft und häufig in Gruppen, Szenen oder Raumfunktionen organisiert. Zum Leistungsumfang gehören je nach System die Einbindung von Sensorik, Aktorik, Bedienstellen, Schnittstellen und gegebenenfalls Gateways zu übergeordneten Systemen.
Typische Einsatzbereiche für drahtlose Buskommunikation
Funk-BUS wird vor allem in Bestandsbauten, bei Umbauten und in Bereichen mit begrenzten Installationswegen eingesetzt. Auch bei nachträglichen Erweiterungen einzelner Räume oder Nutzungszonen ist die Technik naheliegend, wenn zusätzliche Taster, Sensoren oder Schaltfunktionen integriert werden sollen. In Zweckbauten kommt Funk-BUS zudem dort vor, wo Raumlayouts regelmässig angepasst werden und die Gebäudetechnik ohne grossen Leitungsumbau mitgeführt werden muss.
Systemformen, Komponenten und Anbindung an andere Protokolle
Je nach Auslegung kann ein Funk-BUS als eigenständiges Teilsystem arbeiten oder als drahtlose Ebene in eine umfassendere Gebäudeautomation eingebunden sein. Üblich sind Kombinationen aus Funksensoren, Funkaktoren, Bedienstellen, Signalverstärkern oder Gateways. In hybriden Anlagen werden Funksegmente mit drahtgebundenen Protokollen gekoppelt, etwa um bestehende Automationsstrukturen zu erweitern oder einzelne Gewerke ohne neue Busleitung anzubinden.
Abgrenzung zu EnOcean, Gebäudefunk und drahtgebundenen Bussystemen
Funk-BUS ist eine allgemeine Kategorie für busförmig organisierte Funkkommunikation im Gebäude. EnOcean Funktechnologie ist davon zu unterscheiden, weil sie eine konkrete technologische Ausprägung innerhalb drahtloser Gebäudesysteme beschreibt. Gegenüber klassischen BUS-Installationssystemen wie verdrahteten KNX-, LCN- oder LON-Strukturen entfällt beim Funk-BUS die durchgehende Busleitung. Von allgemeinem Gebäudefunk grenzt sich Funk-BUS dadurch ab, dass nicht nur Funksignale übertragen, sondern Geräte in eine strukturierte Automationslogik mit Adressierung und Funktionen eingebunden werden.