Funktionsprinzip stationärer Gaslöschanlagen
Eine stationäre Gaslöschanlage ist fest in ein Gebäude oder einen Anlagenteil integriert. Im Ereignisfall wird das Löschgas über Rohrleitungen und Düsen in den definierten Schutzbereich eingebracht. Je nach verwendetem Löschmittel wird der Brand durch Sauerstoffverdrängung oder durch Unterbrechung der chemischen Verbrennungsvorgänge bekämpft. Zum System gehören in der Regel Detektion, Auslöselogik, Alarmierung, Löschmittelbevorratung und die Verteilung in den geschützten Bereich.
Typische Schutzbereiche im Hochbau
Eingesetzt werden stationäre Gaslöschanlagen vor allem in geschlossenen Räumen mit empfindlicher Technik oder schutzwürdigen Beständen. Dazu zählen unter anderem Serverräume, Elektro- und Schaltanlagenräume, Leitstände, Archive oder technische Betriebsräume. Voraussetzung ist meist ein räumlich klar begrenzter Schutzbereich, damit sich das Löschmittel kontrolliert verteilen kann. Für offene Hallen oder stark durchlüftete Bereiche sind andere Löschkonzepte oft geeigneter.
Systemausführungen und planerische Anforderungen
Stationäre Gaslöschanlagen unterscheiden sich unter anderem nach Löschmittel, Speicherkonzept und Art des Schutzbereichs. Je nach Anwendung werden raumbezogene Flutungen oder der Schutz einzelner Einhausungen geplant. Bei der Projektierung sind unter anderem Raumgeometrie, Dichtigkeit des Schutzbereichs, Anordnung der Düsen, Schnittstellen zur Branddetektion sowie Alarm- und Verzögerungsabläufe zu berücksichtigen. Auch die sichere Räumung von Bereichen mit Personenaufenthalt ist in die Planung einzubeziehen.
Abgrenzung zu anderen Anlagen der Feuerlöschtechnik
Im Unterschied zu Nasslöschanlagen und Sprinkleranlagen arbeiten stationäre Gaslöschanlagen ohne Wasserabgabe in den Schutzbereich. Dadurch eignen sie sich für Nutzungen, bei denen Feuchtigkeit oder Löschrückstände problematisch sind. Rauchabzugsanlagen dienen dem Abführen von Rauch und Wärme, übernehmen aber keine eigentliche Löschfunktion. Gaswaschanlagen gehören nicht zur Feuerlöschtechnik, sondern zur Reinigung von Abluft oder Prozessgasen.