Wie Destillation Wasser aufbereitet
Bei der Destillation wird Rohwasser erhitzt, in Dampf überführt und anschliessend wieder verflüssigt. Nicht oder nur schwer flüchtige Bestandteile wie viele Salze und mineralische Rückstände bleiben dabei überwiegend im Konzentrat zurück. Das Verfahren arbeitet thermisch und nicht über Harze oder chemische Zugaben. Für die Wasserqualität des Destillats sind neben dem eigentlichen Verdampfungsprozess auch Kondensation, Materialwahl und der Umgang mit flüchtigen Stoffen relevant.
Typische Einsatzfelder in Gebäuden und technischen Anlagen
Im Hochbau wird Destillation meist nicht für die gesamte Wasserversorgung eingesetzt, sondern für definierte Teilströme mit erhöhten Reinheitsanforderungen. Typische Anwendungen sind Laborbereiche, technische Räume mit Bedarf an demineralisiertem Wasser, bestimmte Spül- und Prüfprozesse oder die Bereitstellung von Wasser für Geräte und Anlagen, die empfindlich auf Mineralien reagieren. Auch bei wechselnder Rohwasserqualität kann Destillation als robustes Trennverfahren in Betracht kommen.
Anlagenformen und verfahrenstechnische Ausprägungen
Destillationsanlagen können als Chargen- oder Durchlaufsysteme ausgeführt sein. Je nach Auslegung kommen einstufige oder mehrstufige Verfahren zum Einsatz; auch ein Betrieb unter reduziertem Druck ist möglich, um Siedebedingungen zu verändern. In der Praxis wird Destillation häufig mit Vorbehandlungen kombiniert, etwa zur Reduktion von Partikeln, Härtebildnern oder organischen Begleitstoffen. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von der Rohwasseranalyse und der geforderten Destillatqualität ab.
Abgrenzung zu anderen Leistungen der Wasseraufbereitung
Innerhalb der Wasseraufbereitung unterscheidet sich Destillation klar von Ionenaustauschern, die Inhaltsstoffe über Austauscherharze binden und nicht über einen Phasenwechsel abtrennen. Konditionierung sowie Dosierapparate und Impfapparate verändern Wasser gezielt mit Zusatzstoffen oder stabilisieren Betriebszustände, erzeugen aber kein destilliertes Wasser. Warmwasseraufbereitungsanlagen dienen der Erwärmung von Wasser und nicht seiner stofflichen Reinigung. Von Abwasseraufbereitungsanlagen ist Destillation ebenfalls abzugrenzen, da hier die Erzeugung aufbereiteten Reinwassers und nicht die Behandlung belasteter Abströme im Vordergrund steht.