Was im Eisenbahnbau unter Schrott fällt
Im Kontext des Eisenbahnbaus umfasst Schrott vor allem ferrometallische und nichteisenhaltige Materialien aus Bau, Unterhalt, Rückbau und Ersatzmassnahmen. Dazu zählen Bauteile aus Stahl oder anderen Metallen, die ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen oder als Verschnitt anfallen. Entscheidend ist weniger die frühere Verwendung als der Materialwert nach Ausbau, Trennung und Sortierung. Schrott ist damit eine Sekundärrohstoffkategorie innerhalb des Materialkreislaufs.
Anfall von Schrott bei Rückbau und Erneuerung von Bahnanlagen
Schrott entsteht typischerweise bei der Erneuerung von Gleisanlagen, beim Rückbau technischer Installationen, bei Anpassungen an Brücken und Stahlkonstruktionen oder bei der Demontage älterer Ausrüstung. Auch Werkstatt-, Montage- und Zuschnittreste fallen darunter, sofern sie als Metallfraktionen erfassbar sind. Im Unterschied zu planmässig eingesetzten Materialien wird Schrott meist nicht eingebaut, sondern aus bestehenden Anlagen herausgelöst und in die Entsorgungs- oder Verwertungskette überführt.
Sortierung, Aufbereitung und Materialtrennung
Für die weitere Verwertung wird Schrott nach Materialart, Reinheit, Abmessung und Fremdstoffanteil getrennt. Relevant ist insbesondere die Trennung von Stahl, Nichteisenmetallen, Beschichtungen, Verbundmaterialien und anhaftenden Baustoffen. Je nach Herkunft kann eine Vorbehandlung nötig sein, etwa Zerlegung, Entfrachtung oder sortenreine Separierung. Die Qualität der Aufbereitung beeinflusst, ob das Material direkt in metallurgische Prozesse eingehen kann oder zuvor weiter behandelt werden muss.
Abgrenzung zu Stahl, Eisenerz, Koks, Kalk und Schlacke
Schrott unterscheidet sich von Stahl dadurch, dass er kein definiertes Endprodukt mit festgelegter Funktion im Bauwerk ist, sondern ein rückgewonnener metallischer Stoffstrom. Gegenüber Eisenerz, Koks und Kalk ist Schrott kein Primärrohstoff für die erstmalige Metallgewinnung, sondern Ausgangsmaterial aus dem Recyclingkreislauf. Von Schlacke grenzt sich Schrott ebenfalls klar ab: Schlacke ist ein mineralischer Neben- oder Reststoff aus thermischen und metallurgischen Prozessen, während Schrott aus metallischen Bauteilen oder Resten besteht.