Was bei Stützbauwerken ausgeführt wird
Stützbauwerke nehmen seitlichen Erddruck auf und sichern Terrainkanten, Verkehrsflächen, Werkareale oder Bauwerksanschlüsse. Die Ausführung umfasst je nach System den Aushub, die Vorbereitung des Untergrunds, die Gründung oder Einbindung, den Aufbau des tragenden Elements sowie den lagenweisen Hinterfüllbereich. Ebenfalls relevant sind Anschlüsse an Beläge, Randabschlüsse und konstruktive Massnahmen zur Entwässerung.
Typische Einsatzsituationen im Tief- und Grundbau
Stützbauwerke werden dort erstellt, wo Höhenunterschiede dauerhaft gefasst werden müssen. Typische Situationen sind Strassen- und Wegränder, Arealerschliessungen, Übergänge zwischen Bauwerken und angrenzendem Terrain sowie Parzellen mit knappen Platzverhältnissen. Sie kommen auch zum Einsatz, wenn Nutzflächen horizontal gehalten oder Verkehrs- und Betriebsbereiche gegen abrutschendes Erdreich abgegrenzt werden sollen.
Bauweisen und technische Randbedingungen
Je nach Projekt werden massive, schlanke, bewehrte, vorfabrizierte oder verankerte Systeme ausgeführt. Die Wahl der Bauweise richtet sich unter anderem nach Höhe des Geländesprungs, verfügbarem Raum, Baugrund, Wasserverhältnissen, Lasten aus Verkehr oder Bebauung und den Anforderungen an Sichtflächen oder Anschlüsse im Bestand. Auch Bauablauf und Zugänglichkeit beeinflussen, welche Konstruktion auf einer Baustelle sinnvoll umsetzbar ist.
Abgrenzung zu Böschungen, Baugruben und Gründungen
Innerhalb der Hierarchie unter "Ausführung von" bezieht sich diese Leistung auf das Herstellen von Bauwerken zur dauerhaften oder längerfristigen Geländeabstützung. Im Unterschied zu Böschungen wird die Höhendifferenz nicht allein durch geneigtes Erdreich gelöst, sondern durch eine tragende Konstruktion. Von Baugruben unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass Baugrubensicherungen häufig temporär für den Aushub dienen. Gründungen leiten vor allem Lasten aus Bauwerken in den Untergrund ab, während Stützbauwerke vorrangig seitlich wirkenden Erddruck aufnehmen.