Was bei der Sicherung von Böschungen bearbeitet wird
Bei Böschungen wird die Standsicherheit einer geneigten Fläche beurteilt und mit geeigneten baulichen oder oberflächlichen Massnahmen verbessert. Dazu gehören je nach Situation die Sicherung des Bodens oder Felses, der Schutz vor oberflächlicher Erosion sowie die Ableitung oder Kontrolle von Wasser. Die Leistung kann punktuelle Gefahrenstellen betreffen oder längere Böschungsabschnitte entlang von Infrastrukturtrassen.
Typische Einsatzbereiche im Tiefbau und Grundbau
Böschungssicherungen werden bei Geländeeinschnitten, Dämmen, Strassen- und Bahnanlagen, Werkleitungsführungen sowie an Hängen im Bereich von Bauwerken eingesetzt. Auch bei natürlichen Hanglagen können Sicherungen erforderlich sein, wenn bestehende Nutzungen gefährdet sind oder sich die Belastung des Hanges verändert. In der Praxis geht es häufig um die Kombination aus Stabilisierung und Schutz vor Erosion oder Materialabtrag.
Ausführungsformen je nach Boden, Fels und Wasser
Die Wahl des Verfahrens hängt davon ab, ob Lockergestein oder Fels vorliegt, wie steil die Böschung ausgebildet ist und wie Wasser auf oder im Hang wirkt. Zum Einsatz kommen unter anderem Oberflächensicherungen, Entwässerungslösungen, Vernagelungen, Netze, Spritzbeton oder begrünbare Systeme. Je nach Projekt kann die Sicherung temporär für eine Bauphase oder dauerhaft für den langfristigen Betrieb ausgelegt werden.
Abgrenzung zu Baugruben, Geländesprüngen und Stützbauwerken
Die Sicherung von Böschungen bezieht sich auf geneigte natürliche oder hergestellte Hangflächen. Im Unterschied dazu betrifft die Sicherung von Baugruben in der Regel befristete Aushubgeometrien mit eigener Baugrubenlogik und anderen Randbedingungen. Geländesprünge beschreiben abrupte Höhenunterschiede, während Stützbauwerke Lasten konstruktiv abtragen und nicht nur eine bestehende Böschungsfläche stabilisieren. Gegenüber Gründungen steht bei Böschungen nicht die Lastabtragung eines Bauwerks, sondern die Sicherung des Hanges im Vordergrund.