Was unter der Sicherung von Altlasten und Deponien fällt
Bei dieser Leistung geht es um die bauliche Sicherung von Flächen und Körpern, die durch Ablagerungen, belastete Auffüllungen oder frühere Nutzungen geprägt sind. Dazu gehören Deponien, verfüllte Gruben, belastete Industrieareale oder heterogene Auffüllbereiche mit eingeschränkter Trag- und Gebrauchstauglichkeit. Im Unterschied zur reinen Sanierung steht nicht zwingend die Entfernung des Materials im Vordergrund, sondern dessen gesicherte Einbindung in den Standort.
Typische Einsatzsituationen im Grundbau
Sicherungsmassnahmen werden vor allem dann erforderlich, wenn auf oder neben belasteten Standorten gebaut, umgenutzt oder instand gesetzt wird. Häufige Anlässe sind Setzungen, Randinstabilitäten, Erosion, beschädigte Oberflächenabdeckungen, belastete Sickerwasserwege oder unklare Baugrundverhältnisse in Auffüllzonen. Auch bei Leitungsbau, Verkehrsflächen, Werkarealen oder Geländeanpassungen müssen Deponie- und Altlastenbereiche oft gesondert gesichert werden, damit angrenzende Bauwerke und Nutzungen nicht beeinträchtigt werden.
Mögliche Sicherungsmassnahmen und technische Anforderungen
Je nach Standort können Sicherungen aus Geländeprofilierung, Lastverteilung, Stabilisierungen im Randbereich, Oberflächenschutz, Entwässerungs- und Wasserführungsanpassungen oder konstruktiven Trennelementen bestehen. Bei Deponien kommen zudem Massnahmen zur Sicherung von Abdeckschichten, Böschungsbereichen, Unterhaltswegen oder Aufbauten in Betracht. Planung und Ausführung müssen die Wechselwirkung zwischen Untergrund, Ablagerungskörper, Wasserhaushalt und späterer Belastung berücksichtigen, da Eingriffe Stoffumlagerungen, Setzungen oder neue Schwachstellen auslösen können.
Abgrenzung zu anderen Sicherungsleistungen
Die Sicherung von Altlasten und Deponien unterscheidet sich von der Sicherung von Baugruben oder Gründungen dadurch, dass nicht ein temporärer Aushub oder ein einzelnes Tragwerk im Zentrum steht, sondern ein belasteter oder künstlich aufgeschütteter Standort mit langfristigen Randbedingungen. Gegenüber der Sicherung von Böschungen oder Geländesprüngen ist die geotechnische Aufgabe oft mit umweltrelevanten Anforderungen verknüpft. Stützbauwerke oder Hohlraumbauten können Teil einer Lösung sein, bilden hier aber nicht die eigentliche Leistung, sondern nur einzelne bauliche Mittel innerhalb eines umfassenderen Sicherungskonzepts.