Leistungsinhalt im Siedlungsraum
Die Leistung betrifft Infrastrukturen, die Wasser in Siedlungen erfassen, transportieren, verteilen, ableiten, zwischenspeichern oder behandeln. Dazu zählen je nach Aufgabenstellung unter anderem Leitungsnetze, Schächte, Sonderbauwerke, Retentionslösungen, Versickerungselemente und Anlagen der Trinkwasserversorgung. Im Unterschied zu wasserbaulichen Massnahmen an offenen Gewässern steht hier die technische Wasserbewirtschaftung innerhalb von Ortschaften, Arealen und Erschliessungen im Vordergrund.
Typische Anwendungsfelder in Gemeinden und Arealentwicklungen
Siedlungswasserbau wird bei Neuerschliessungen, Umnutzungen, Verdichtungen, Werkleitungssanierungen und der Erneuerung bestehender Quartierinfrastrukturen eingesetzt. Relevante Kontexte sind kommunale Netze, Industrie- und Gewerbeareale, Wohnüberbauungen, öffentliche Anlagen und Verkehrsräume. Die Leistung umfasst häufig die Abstimmung mit Strassenbau, Werkleitungen, Grundstücksentwässerung und betrieblichen Anforderungen von Gemeinden oder Versorgungsbetrieben.
Teilbereiche von Abwasser bis Trinkwasser
Zur Abwasserbewirtschaftung gehören Lösungen für Schmutz- und Mischabwasser, deren Erfassung und Ableitung sowie die Einbindung in bestehende Systeme. Die Regenwasserbewirtschaftung befasst sich mit Rückhalt, Ableitung, Versickerung, gedrosselter Abgabe oder lokaler Nutzung von Niederschlagswasser. Die Trinkwasserbewirtschaftung umfasst die Versorgungssicherheit im Netz, Speicher- und Transportfragen sowie die Einbindung von Versorgungsanlagen im Siedlungsgebiet. Je nach Projekt werden diese Teilbereiche gemeinsam betrachtet, weil Kapazitäten, Flächenverhältnisse und Betriebsabläufe miteinander verknüpft sind.
Abgrenzung zu verwandten Wasserbauleistungen
Gegenüber Bewässerungen liegt der Fokus nicht auf der gezielten Wasserabgabe an Kulturen oder Grünflächen, sondern auf der Infrastruktur des Siedlungsraums. Entwässerungen können als Einzelthema Teil davon sein, etwa bei Grundstücken oder Verkehrsflächen; die Siedlungswasserwirtschaft betrachtet jedoch das gesamte System aus Regen-, Schmutz- und Trinkwasser. Filtration ist eher ein spezifischer Verfahrens- oder Anlagenteil, während Siedlungswasserbau die übergeordnete Planung und Einbindung solcher Komponenten umfasst. Von Gewässerausbau, Gewässerunterhaltung sowie Hochwasserschutz unterscheidet sich die Leistung durch ihren Bezug zu Siedlungsnetzen statt zu Flüssen, Bächen oder Schutzbauten im offenen Gewässerraum.