Leistungsinhalt der Wassermengenwirtschaft
Im wasserbaulichen Kontext umfasst Wassermengenwirtschaft die mengenbezogene Betrachtung des Wassers, nicht dessen Qualität. Analysiert werden etwa Wasserbilanzen, Abflussverhältnisse, Entnahmemengen, Speicherbewirtschaftung und die Weiterleitung oder Drosselung von Wassermengen. Daraus entstehen Grundlagen für Planung, Betrieb und Anpassung von Anlagen und Systemen, in denen Wasser zeitlich oder räumlich gesteuert werden muss.
Typische Einsatzbereiche im Wasserbau
Wassermengenwirtschaft wird eingesetzt, wenn schwankende Wasserverfügbarkeit oder variable Abflüsse berücksichtigt werden müssen. Typische Kontexte sind Speicher- und Rückhalteräume, Wasserfassungen, Ableitungssysteme, regulierte Gewässerabschnitte oder vernetzte Infrastrukturen mit Zu- und Abflüssen. Auch bei saisonalen Trockenphasen, Nutzungskonflikten zwischen verschiedenen Ansprüchen oder bei der Abstimmung von Betriebszuständen ist eine mengenorientierte Betrachtung erforderlich.
Planerische und betriebliche Aufgaben
Zur Leistung gehören je nach Projekt die Erhebung von Grundlagen, die Abschätzung von Zufluss- und Abflussmengen, die Betrachtung von Lastfällen sowie die Entwicklung von Bewirtschaftungs- und Betriebsregeln. Relevant sind dabei zeitliche Schwankungen, Speicherreserven, Engpässe, Reservemengen und definierte Abgabemengen. In der Praxis kann dies von einer einmaligen Projektbeurteilung bis zur laufenden betrieblichen Steuerung reichen.
Abgrenzung zu Bewässerung, Entwässerung und Hochwasserschutz
Wassermengenwirtschaft ist von benachbarten Leistungen abzugrenzen. Im Unterschied zu Bewässerungen oder Entwässerungen steht nicht primär die technische Ausbringung oder Ableitung im Vordergrund, sondern die übergeordnete mengenmässige Steuerung und Verteilung. Gegenüber Filtration behandelt die Leistung keine Reinigungsprozesse, sondern Volumenströme und Speicherzustände. Von Hochwasserschutz und Gewässerausbau unterscheidet sie sich dadurch, dass nicht die bauliche Schutzmassnahme oder der morphologische Eingriff im Zentrum steht, auch wenn wassermengenwirtschaftliche Grundlagen häufig in solche Projekte einfliessen.