Was unter Trinkwasserförderung verstanden wird
Unter Trinkwasserförderung wird der geregelte Transport von Wasser innerhalb der Trinkwasserinfrastruktur verstanden. Dazu gehören Förderaggregate, Pumpwerke, Leitungsabschnitte im Förderstrang sowie die betriebliche Abstimmung von Förderhöhe, Volumenstrom und Druck. Je nach System geht es um die Entnahme aus Brunnen, die Weiterleitung von Quellwasser oder die Überführung in Speicher- und Verteilanlagen. Die Leistung umfasst damit vor allem die hydraulische und anlagentechnische Seite des Wassertransports.
Typische Einsatzsituationen in der Wasserversorgung
Trinkwasserförderung wird dort benötigt, wo Wasser nicht allein durch natürliches Gefälle an den nächsten Versorgungsschritt gelangt. Das ist etwa bei tief liegenden Grundwasserfassungen, bei grösseren Distanzen zwischen Gewinnung und Reservoir oder bei topografischen Höhenunterschieden innerhalb eines Versorgungsgebiets der Fall. Auch Verbundleitungen zwischen Versorgungssystemen oder die Einspeisung in verschiedene Druckzonen können Teil der Förderaufgabe sein. Im siedlungswasserbaulichen Kontext betrifft dies kommunale Wasserversorgungen ebenso wie Areal- und Sonderversorgungen.
Ausprägungen von Förderanlagen und Betriebsweisen
Die konkrete Ausführung richtet sich nach Herkunft des Wassers, Förderstrecke und Betriebsweise. Förderanlagen können als Brunnenförderung, Quellwasserförderung, Transportförderung zu Aufbereitungsanlagen oder als Druckerhöhung innerhalb des Versorgungssystems ausgelegt sein. Je nach Bedarf erfolgen Förderprozesse kontinuierlich, lastabhängig oder in Abstimmung mit Speicherständen und Verbrauchsspitzen. Zusätzlich können betriebliche Anforderungen wie Redundanz, Schaltkonzepte, Steuerung und die Einbindung in bestehende Anlagen eine Rolle spielen.
Abgrenzung innerhalb der Trinkwasserbewirtschaftung
Trinkwasserförderung ist eine Teilleistung der Trinkwasserbewirtschaftung und klar von benachbarten Leistungen zu unterscheiden. Die Trinkwassergewinnung betrifft das Erschliessen und Fassen der Ressource, während die Förderung das Wasser technisch weitertransportiert. Die Trinkwasseraufbereitung behandelt Qualitätsaspekte des Wassers, die Trinkwasserspeicherung die Zwischenbevorratung in Reservoiren oder Behältern. Von Trinkwasserversorgung und Trinkwasserverteilung unterscheidet sich die Förderung dadurch, dass sie nicht primär die Abgabe im Netz, sondern den vorgelagerten oder internen Transport zwischen Anlagenteilen beschreibt. Grundwasserschutz und Trinkwasserschutz betreffen wiederum den Schutz der Ressource und der Anlagen, nicht den Fördervorgang selbst.