Was zur Trinkwassergewinnung gehört
Zur Trinkwassergewinnung gehören die Abklärung geeigneter Wasserressourcen und deren technische Fassung. Dazu zählen standortbezogene Untersuchungen, die Beurteilung von Menge und Rohwasserqualität sowie die Auslegung der erforderlichen Bauwerke und Einrichtungen. Ziel ist, Rohwasser am Gewinnungspunkt so bereitzustellen, dass es in den nachgelagerten Schritten weiterbehandelt, gefördert oder gespeichert werden kann.
Gewinnung aus Grundwasser, Quellen und Oberflächengewässern
In der Praxis wird Trinkwasser aus unterschiedlichen Ressourcen gewonnen. Grundwasser wird über Brunnen oder andere Fassungen erschlossen, Quellen über Quellfassungen genutzt, und Oberflächengewässer werden über Entnahmebauwerke erfasst. Welche Gewinnungsart geeignet ist, hängt von den natürlichen Gegebenheiten, der verfügbaren Wassermenge, den Schwankungen der Rohwasserqualität und dem Bedarf des jeweiligen Versorgungsgebiets ab.
Neuerstellung, Ersatz und Betrieb von Fassungen
Trinkwassergewinnung betrifft nicht nur neue Erschliessungen, sondern auch die Erneuerung, Anpassung oder den Ersatz bestehender Gewinnungsanlagen. Je nach System stehen Brunnenbau, Quellfassung, Entnahmestellen, Leitungsanschlüsse sowie Mess- und Überwachungseinrichtungen im Vordergrund. Im laufenden Betrieb sind Ergiebigkeit, saisonale Veränderungen, technische Verfügbarkeit und die Beschaffenheit des Rohwassers kontinuierlich zu beobachten.
Abgrenzung zu Aufbereitung, Förderung und Verteilung
Innerhalb der Trinkwasserbewirtschaftung bezeichnet Trinkwassergewinnung die Erschliessung und Fassung des Rohwassers. Sie unterscheidet sich vom Grundwasserschutz und Trinkwasserschutz, die das Einzugsgebiet und die Ressource absichern, sowie von der Trinkwasseraufbereitung, die die Wasserqualität technisch anpasst. Trinkwasserförderung, Trinkwasserspeicherung, Trinkwasserversorgung und Trinkwasserverteilung setzen nach der Gewinnung an und betreffen den Weitertransport, die Bevorratung und die Abgabe im Versorgungssystem.