Was unter Grundwasserschutz und Trinkwasserschutz fällt
Die Leistung bezieht sich auf den Schutz von Wasserressourcen vor stofflichen, mikrobiologischen und standortbedingten Beeinträchtigungen. Betrachtet werden unter anderem die Herkunft des Wassers, Fliesswege im Untergrund, Einzugsgebiete von Fassungen sowie mögliche Gefährdungen durch Nutzung an der Oberfläche oder im Untergrund. Dazu gehören die fachliche Beurteilung von Risiken, die Ableitung von Schutzzielen und die Festlegung geeigneter Massnahmen für sensible Bereiche der Trinkwassergewinnung.
Typische Anwendungsfälle im Siedlungsraum und bei Bauvorhaben
Grundwasserschutz und Trinkwasserschutz wird bei bestehenden und neuen Trinkwasserfassungen, bei der Ausscheidung oder Überprüfung von Schutzzonen sowie bei Vorhaben in hydrologisch empfindlichen Gebieten eingesetzt. Relevante Kontexte sind Tiefbauarbeiten, Werkleitungsbau, Verkehrsflächen, gewerbliche Nutzungen, Lagerungen wassergefährdender Stoffe oder Eingriffe mit Einfluss auf Versickerung und Grundwasserströmung. Auch bei der Beurteilung von Nutzungskonflikten im Einzugsgebiet, etwa zwischen Siedlung, Landwirtschaft und Wasserversorgung, gehört die Schutzprüfung zu dieser Leistung.
Von der Gefährdungsanalyse bis zum Schutzkonzept
Die Leistung kann unterschiedliche Bearbeitungstiefen umfassen. Dazu zählen Bestandesaufnahmen, hydrogeologische Abklärungen, die Beurteilung von Eintrags- und Ausbreitungswegen, Risikoanalysen für bestehende Nutzungen sowie Schutz- und Überwachungskonzepte. Je nach Aufgabenstellung werden Grundlagen für Schutzzonen, Empfehlungen zu Nutzungseinschränkungen, Vorgaben für Bau und Betrieb oder Massnahmen zur Verminderung von Belastungen erarbeitet. Bei bestehenden Fassungen kann auch die Überprüfung bestehender Schutzvorkehrungen Teil der Leistung sein.
Abgrenzung zu Trinkwassergewinnung, Aufbereitung und Verteilung
Grundwasserschutz und Trinkwasserschutz setzt vor der eigentlichen Wassergewinnung an und bezieht sich auf Ressource, Einzugsgebiet und Fassungsumfeld. Im Unterschied zur Trinkwassergewinnung geht es nicht um die Entnahme des Wassers, sondern um die Sicherung seiner Qualität und Nutzbarkeit. Von der Trinkwasseraufbereitung unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass Verunreinigungen möglichst an der Quelle oder auf dem Transportweg im Untergrund vermieden werden. Anders als Trinkwasserspeicherung, Trinkwasserversorgung oder Trinkwasserverteilung behandelt sie nicht primär Anlagenbetrieb und Netz, sondern den Schutz der natürlichen Grundlage.