Registerbasierte Kommunikation in technischen Anlagen
Modbus überträgt Daten in klar definierten Registern, die von einer Steuerung, einem Leitsystem oder einem Gateway gelesen und teilweise auch beschrieben werden. Typische Inhalte sind Istwerte, Sollwerte, Betriebszustände, Störmeldungen oder Zählerstände. In der Gebäudesystemtechnik eignet sich dieses Prinzip für die Anbindung von Geräten, deren Datenpunkte eindeutig adressiert und systematisch abgefragt werden sollen.
Typische Einsatzbereiche von Modbus im Gebäude
Modbus wird häufig in HLK-Anlagen, Energieverteilungen, technischen Zentralen und bei der Einbindung von Messgeräten verwendet. Typische Anwendungen sind die Kommunikation mit Wärmezählern, Stromzählern, Frequenzumrichtern, Kälte- und Heizungsreglern oder Lüftungssteuerungen. Auch bei der Übergabe von Daten an Gebäudeleitsysteme oder an übergeordnete Visualisierungen ist Modbus verbreitet.
Modbus RTU, ASCII und TCP
In der Praxis treten vor allem Modbus RTU und Modbus TCP auf. Modbus RTU wird meist über serielle Verbindungen eingesetzt, während Modbus TCP auf Ethernet-Netzwerken aufsetzt. Modbus ASCII ist ebenfalls standardisiert, spielt im Gebäudebereich aber meist eine kleinere Rolle. Welche Variante geeignet ist, hängt von der vorhandenen Infrastruktur, den anzubindenden Geräten und der gewünschten Systemarchitektur ab.
Abgrenzung zu KNX, BACnet, M-Bus und Ethernet
Innerhalb der Gebäudesystemtechniken ist Modbus vor allem ein schlankes Protokoll zur Gerätekommunikation. Im Unterschied zu EIB/KNX wird es weniger für die raumbezogene Gebäudeautomation mit Tastern, Aktoren und Funktionslogik verwendet. Gegenüber BACnet ist Modbus in der Regel einfacher aufgebaut und stärker auf Registeradressen statt auf standardisierte Objektmodelle ausgerichtet. M-Bus dient primär der Zählerauslesung, während Ethernet kein Gebäudeautomationsprotokoll, sondern eine Netzwerktechnologie ist, auf der etwa Modbus TCP betrieben werden kann.