Schaltverhalten mit definierter Verzögerung
Ein Zeitverzögerungsrelais verbindet die Relaisfunktion mit einer einstellbaren oder fest vorgegebenen Zeitspanne. Je nach Ausführung wird ein Kontakt nach dem Anlegen der Steuerspannung verzögert betätigt oder nach dem Wegfall der Steuerspannung verzögert zurückgesetzt. Dadurch lassen sich Steuerfolgen entkoppeln, Signale zeitlich staffeln oder unerwünschte Sofortschaltungen vermeiden.
Typische Anwendungen in Steuer- und Meldeschaltungen
In Schwachstromanlagen werden Zeitverzögerungsrelais dort eingesetzt, wo ein Schaltvorgang erst nach einer Wartezeit erfolgen soll. Typische Fälle sind Nachlaufzeiten bei Lüftung oder Beleuchtung, verzögerte Freigaben in Steuerketten, das Unterdrücken kurzer Impulse oder das zeitversetzte Zuschalten einzelner Funktionen. Auch in Signal- und Meldesystemen lassen sich damit Reaktionen definieren, ohne dass eine umfangreiche Steuerung erforderlich ist.
Ausführungen und einstellbare Zeitfunktionen
Zeitverzögerungsrelais sind mit unterschiedlichen Zeitbereichen, Kontaktarten und Montageformen erhältlich. Üblich sind Einschaltverzögerung, Ausschaltverzögerung oder kombinierte Funktionen, je nach Schaltungsaufgabe. Je nach Gerät kann die Verzögerungszeit fest vorgegeben oder über Einstellelemente angepasst werden; relevant sind zudem Versorgungsspannung, Anzahl der Kontakte und die Einbindung in die vorhandene Steuerung.
Abgrenzung zu Zeitrelais und Zeitschaltern
Innerhalb der Elektroinstallationen zählt das Zeitverzögerungsrelais zu den allgemeinen Komponenten von Schwachstromanlagen. Gegenüber dem allgemeineren Begriff Zeitrelais bezeichnet es gezielt Relais mit einer verzögerten Ein- oder Ausschaltfunktion; andere Zeitrelais können darüber hinaus weitere Zeitfunktionen abdecken. Von Zeitschaltern unterscheidet es sich dadurch, dass nicht eine Uhrzeit oder ein Wochenprogramm massgebend ist, sondern eine Verzögerung relativ zu einem auslösenden Signal.