Leitungen für die direkte Verbindung von Anschlusspunkten
Gemeint sind einzelne Anschlussleitungen, die zwischen definierten Schnittstellen eingesetzt werden, etwa zwischen Dose und Endgerät oder zwischen Verteiler und aktiver Komponente. Relevante Merkmale sind die Eignung für die vorgesehene Signalübertragung, die Länge, die Schirmung, die Belegung sowie die Ausführung der Stecker oder freien Enden. Bei Anschlussschnüren steht meist eine flexible Handhabung im Vordergrund, während Anschlusskabel je nach Einbauort auch robuster oder weniger beweglich ausgeführt sein können.
Einsatz in Telefonanlagen und Verteilinstallationen
In Telefonanlagen werden Anschlusskabel und Anschlussschnüre für Teilnehmeranschlüsse, Geräteverbindungen, kurze Rangierungen oder die Anbindung einzelner Peripheriekomponenten verwendet. In Verteilinstallationen betreffen sie häufig die letzte Verbindung zwischen passiver Infrastruktur und Gerät sowie kurze Verbindungen innerhalb von Schränken, Gestellen oder Einbaukästen. Der Einsatzort bestimmt, ob eher kompakte Bauformen, Zugentlastung, eindeutige Kennzeichnung oder erhöhte Unempfindlichkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung gefragt sind.
Ausführungen nach Medium, Konfektion und Aufbau
Unterschiede bestehen bei Leiter- oder Faseraufbau, Anzahl Adern oder Paare, Schirmung, Mantelmaterial, Steckertyp, Belegung und Länge. Je nach System kommen vorkonfektionierte Schnüre, Kabel mit freien Enden oder projektspezifisch konfektionierte Leitungen zum Einsatz. Auch das Übertragungsmedium ist relevant: metallische Anschlussleitungen und optische Anschlussleitungen folgen unterschiedlichen Anforderungen, wobei Glasfasertechnik und Lichtwellenleiter in dieser Hierarchie als eigene Leistungen geführt werden.
Abgrenzung zu Steckverbindungen, Kabelkonfektion und Systemverkabelung
Als Unterbereich von Verteilinstallationen beziehen sich Anschlusskabel und Anschlussschnüre auf die einzelne Verbindungslinie, nicht auf den gesamten Aufbau einer Verteilung. Von Steckverbindungen unterscheiden sie sich dadurch, dass dort nur die Anschlusskomponenten betrachtet werden. Kabelkonfektion beschreibt die Herstellung oder Anpassung solcher Leitungen, während Verkabelungssysteme die übergeordnete Struktur der passiven Verkabelung umfassen. Amtsverteiler, T + T Anschlussdosen, T + T Steckdosen, Verteilergestelle oder Verteilerschränke sind Anschlusspunkte oder Trägersysteme, jedoch nicht die Leitung selbst.