Wie Entsäuerungsanlagen saure Abwässer aufbereiten
Im Kern gleichen Entsäuerungsanlagen einen zu niedrigen pH-Wert aus und reduzieren die chemische Aggressivität des Abwassers. Dazu wird das saure Medium erfasst, durchmischt und mit einem geeigneten Gegenmittel oder einem reaktiven Material in Kontakt gebracht. Häufig gehören dazu Mess- und Regeltechnik, Dosierung, Reaktionsraum sowie je nach Prozess eine nachgeschaltete Feststoffabtrennung. Ziel ist ein stabil behandelter Abwasserstrom, der für die Einleitung, Zwischenlagerung oder weitere Reinigung geeignet ist.
Typische Einsatzbereiche in der Abwasserbehandlung
Entsäuerungsanlagen kommen in Betrieben zum Einsatz, in denen saure Teilströme aus Produktions- oder Reinigungsprozessen entstehen. Dazu zählen unter anderem Oberflächenbehandlung, chemische Prozesse, industrielle Reinigung sowie Abwässer aus Spül- und Waschschritten. Relevante Einsatzfälle sind sowohl kontinuierlich anfallende Abwasserströme als auch chargenweise entstehende Medien mit stark schwankender Belastung. In der Praxis werden sie oft vor biologischen oder weiterführenden physikalisch-chemischen Stufen installiert, um nachgelagerte Verfahren vor ungünstigen pH-Bedingungen zu schützen.
Verfahrensarten und technische Ausprägungen
Die Ausführung richtet sich nach Säurefracht, Volumenstrom, Schwankungen im Betrieb und den Inhaltsstoffen des Abwassers. Verbreitet sind chargenweise arbeitende Systeme mit Pufferbehälter und Regelung ebenso wie kontinuierliche Anlagen mit Dosierstrecke und Reaktor. Je nach Anwendung kann die Entsäuerung über flüssige oder feste alkalische Medien, kontaktbasierte Filterstufen oder mehrstufige Kombinationen erfolgen. Wenn bei der Reaktion Feststoffe oder Schlämme entstehen, werden diese meist in die Anlagenkonzeption einbezogen.
Abgrenzung zu verwandten Verfahren der chemischen Behandlung
Innerhalb der chemischen Abwasserbehandlung sind Entsäuerungsanlagen auf die Behandlung saurer Medien ausgerichtet. Sie unterscheiden sich von allgemeinen Anlagen zur chemischen Abwasserreinigung dadurch, dass der Schwerpunkt nicht auf einer breiten Stoffelimination, sondern auf der gezielten pH-Anhebung und Säurebindung liegt. Gegenüber Neutralisationsanlagen CO2 ist die Verfahrensrichtung umgekehrt: Dort wird typischerweise ein alkalischer Zustand abgesenkt, hier ein saurer Zustand korrigiert. Entgasungsanlagen entfernen gelöste Gase, Enthärtungsanlagen reduzieren Härtebildner und Ionenaustauscher arbeiten über selektiven Stoffaustausch statt über eine direkte Entsäuerungsreaktion.