Wie Strippanlagen in der Abwasserbehandlung arbeiten
Bei einer Strippanlage wird Abwasser mit einem Gasstrom in Kontakt gebracht, damit flüchtige oder leicht austreibbare Bestandteile aus dem Wasser in die Gasphase übergehen. Die Trennleistung hängt unter anderem von den Stoffeigenschaften der Zielkomponenten sowie von den Betriebsbedingungen ab. Je nach Auslegung wird das Verfahren kontinuierlich in einen Behandlungsprozess eingebunden. Da die ausgetragenen Stoffe nicht verschwinden, ist die Behandlung oder Rückgewinnung des beladenen Gasstroms häufig Teil des Gesamtkonzepts.
Typische Einsatzbereiche für Strippverfahren
Strippanlagen werden vor allem bei industriellen Abwässern eingesetzt, wenn gelöste Stoffe mit ausreichender Flüchtigkeit vorliegen. Typische Anwendungsfälle sind Abwässer aus chemischen Prozessen, aus der Oberflächenbehandlung oder aus Produktionsschritten mit Lösemitteln und anderen austreibbaren Verbindungen. Das Verfahren kann auch als Vorbehandlung dienen, um nachfolgende biologische, membrantechnische oder thermische Stufen zu entlasten. Ob Strippen geeignet ist, hängt jeweils von der Zusammensetzung des Abwassers und vom geforderten Abtrennziel ab.
Verfahrensvarianten und anlagentechnische Ausprägungen
Strippanlagen können mit unterschiedlichen Gasmedien und in verschiedenen apparativen Ausführungen betrieben werden. In der Praxis werden unter anderem luft- oder dampfgestützte Verfahren unterschieden, abhängig von Stoffsystem, Sicherheitsanforderungen und weiterer Behandlung des Abluftstroms. Auch die Einbindung in den Gesamtprozess variiert, etwa als einzelne Trennstufe oder als Bestandteil einer mehrstufigen Aufbereitung. Die Auslegung richtet sich nach Volumenstrom, Konzentrationsbereich, Schwankungen im Zulauf und den Anforderungen an die nachgeschaltete Gas- oder Abwasserbehandlung.
Abgrenzung zu verwandten Verfahren der physikalischen Behandlung
Innerhalb der physikalischen Abwasserbehandlung unterscheiden sich Strippanlagen von Aktivkohleanlagen dadurch, dass Stoffe nicht an einem Feststoff gebunden, sondern in eine Gasphase überführt werden. Gegenüber Absorptionsanlagen ist die Stoffrichtung umgekehrt: Beim Strippen werden Komponenten aus dem Wasser ausgetrieben, bei der Absorption aus einem Gas in eine Flüssigkeit aufgenommen. Von Eindampfanlagen oder thermischer Abwasserbehandlung grenzt sich das Verfahren durch den primär stofflichen Austrag flüchtiger Bestandteile ohne vollständige Verdampfung des Abwasserstroms ab. Der Begriff Abwasserstripper wird im Sprachgebrauch teils ähnlich verwendet; Strippanlagen bezeichnet im Anlagenkontext eher die gesamte verfahrenstechnische Einheit.