Funktion und Ziel der Abwasseraufbereitung im Industriebetrieb
Industrielle Abwässer unterscheiden sich deutlich von kommunalem Abwasser, weil sie betriebs- und prozessspezifische Inhaltsstoffe enthalten können. Aufbereitungsanlagen erfassen diese Belastungen gezielt und reduzieren sie mit abgestimmten Verfahrensschritten. Ziel ist je nach Betriebsmodell die direkte Einleitung in die Kanalisation oder in ein Gewaesser, die Vorbehandlung fuer eine externe Anlage oder die Rueckfuehrung von Wasser in den Prozess.
Typische Einsatzbereiche nach Produktionsprozess
Solche Anlagen kommen dort zum Einsatz, wo bei Herstellung, Reinigung oder Oberflaechenbehandlung wasserbelastete Stroeme anfallen. Dazu gehoeren unter anderem Metallbearbeitung, Galvanik, Chemie- und Pharmaproduktion, Lebensmittelverarbeitung sowie Betriebe mit hohem Reinigungsaufwand. Relevant sind sie auch bei stark schwankenden Abwasserfrachten, chargenweiser Produktion oder getrennten Teilstroemen mit unterschiedlichen Schadstoffprofilen.
Verfahrensschritte und technische Auspraegungen
Die Aufbereitung kann mechanische, physikalische, chemische und biologische Stufen kombinieren. Haeufige Bausteine sind Siebung, Sedimentation, Neutralisation, Faellung und Flockung, Flotation, biologische Behandlung, Filtration, Aktivkohle oder Membranverfahren. Ergaenzend werden Speicher- und Ausgleichsbehaelter, Dosiertechnik, Mess- und Regeltechnik sowie Schlammbehandlung integriert, wenn dies fuer einen stabilen Betrieb erforderlich ist.
Einordnung innerhalb der Wasseraufbereitung und Abgrenzung
Im Bereich Wasseraufbereitung und Wasserversorgung beziehen sich Aufbereitungsanlagen industrieller Abwässer auf belastete betriebliche Abwasserstroeme und deren Behandlung. Sie unterscheiden sich von der Trinkwasseraufbereitung, die Rohwasser fuer die Nutzung als Trinkwasser aufbereitet, und von Wasserversorgungsanlagen, die Gewinnung, Speicherung und Verteilung von Wasser abdecken. Die Anforderungen ergeben sich hier primär aus Produktionsprozessen, Stofffrachten und Einleit- oder Wiederverwendungszielen.