Aufgabe von Elektromotoren im Antriebssystem
Ein Elektromotor stellt die rotierende Bewegung für Maschinen und Aggregate bereit. In Antriebssystemen arbeitet er oft zusammen mit weiteren Komponenten wie Getrieben, Kupplungen, Bremsen oder Frequenzumrichtern. Während der Motor die mechanische Leistung erzeugt, passen Getriebe Drehzahl und Drehmoment an, und Frequenzumrichter beeinflussen den Betrieb elektrisch. Für die Auswahl sind unter anderem Leistungsbedarf, Anlaufverhalten, Lastwechsel, Drehzahlbereich und die Einbausituation relevant.
Typische Anwendungen in Wasser- und Abwasseranlagen
In Wasserwerken, Kläranlagen und Schlammbehandlungsstufen werden Elektromotoren in sehr unterschiedlichen Aggregaten eingesetzt. Dazu gehören Pumpen für Rohwasser, Abwasser oder Schlamm, Gebläse für Belüftungsprozesse, Rührwerke in Becken, Förderschnecken, Siebanlagen und Entwässerungsmaschinen. Je nach Prozess laufen Motoren dauerhaft im Grundlastbetrieb oder werden häufig gestartet, geregelt und wechselnden Lasten ausgesetzt.
Ausführungen und Auswahlkriterien
Elektromotoren unterscheiden sich unter anderem nach Bauart, Leistungsbereich, Anschlussart, Kühlung und Schutz gegen Umgebungsbedingungen. In industriellen Anwendungen kommen häufig Drehstrommotoren zum Einsatz; je nach Anwendung kann auch eine drehzahlgeregelte Ausführung sinnvoll sein. Für feuchte, staubige oder chemisch belastete Umgebungen sind Gehäuseausführung, Schutzart, Werkstoffe und Korrosionsbeständigkeit zu berücksichtigen. Ebenso relevant sind Montageform, Platzverhältnisse, Wartungszugang und die Abstimmung auf das angetriebene Aggregat.
Abgrenzung zu Getriebemotoren, Frequenzumrichtern und Getrieben
Die Leistung Elektromotoren bezieht sich auf den Motor selbst als elektrische Antriebseinheit. Davon zu unterscheiden sind Getriebemotoren, bei denen Motor und Getriebe als kombinierte Lösung betrachtet werden, sowie einzelne Getriebe, die eine vorhandene Motorleistung mechanisch übersetzen. Frequenzumrichter sind keine Motoren, sondern elektronische Komponenten zur Steuerung von Drehzahl und Betriebsverhalten. Innerhalb der Hierarchie Antriebe deckt Elektromotoren damit den Erzeuger der mechanischen Bewegung ab, nicht die Übersetzung, Regelung oder Kraftübertragung zwischen den Bauteilen.