Funktion von Ketten in industriellen Antrieben
Antriebsketten verbinden in der Regel ein antreibendes und ein angetriebenes Kettenrad und übertragen die Bewegung über formschlüssigen Eingriff. Dadurch eignen sie sich für Anwendungen, bei denen Schlupf vermieden werden soll oder definierte Bewegungsabläufe gefordert sind. Im Unterschied zu reinen Verbindungselementen müssen Ketten als System mit Kettenrädern, Wellen, Lagerung, Spannung und Schmierung betrachtet werden. Für den Betrieb relevant sind unter anderem Zugkraft, Teilung, zulässige Verschleissgrenzen sowie die Eignung für die jeweilige Umgebung.
Einsatz in Wasser- und Abwasseranlagen
In Anlagen der Wasserbehandlung und Abwasserbehandlung werden Ketten unter anderem in Förderstrecken, Räumwerken, Rechenanlagen oder schlammführenden Aggregaten eingesetzt. Solche Anwendungen stellen besondere Anforderungen, weil Feuchtigkeit, Schmutz, chemische Einflüsse und längere Betriebszeiten den Verschleiss beschleunigen können. Je nach Einbausituation sind Beständigkeit gegen Korrosion, robuste Gelenke und eine wartungsgerechte Konstruktion wichtiger als hohe Drehzahlen. Auch die Zugänglichkeit für Inspektion und Nachstellung ist bei diesen Anlagen ein praktisches Auswahlkriterium.
Bauarten und Ausführungen von Antriebsketten
Im industriellen Umfeld werden je nach Aufgabe verschiedene Kettenbauarten eingesetzt, etwa Rollenketten für klassische Kraftübertragung oder speziell ausgelegte Förder- und Transportketten für materialführende Prozesse. Unterschiede bestehen zudem bei Werkstoffen, Oberflächen, Gelenkausführung und Schmierkonzept. In korrosiven Bereichen kommen Ausführungen infrage, die auf erhöhte Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Medienkontakt ausgelegt sind. Die Auswahl richtet sich nach Lastwechseln, Betriebsdauer, Laufruhe, Reinigungsanforderungen und dem Zusammenspiel mit den vorhandenen Kettenrädern.
Abgrenzung zu Riemen, Kupplungen und Getrieben
Ketten gehören innerhalb der Antriebstechnik zu den Elementen für die Übertragung zwischen räumlich getrennten Wellen oder bewegten Förderorganen. Gegenüber Riemen arbeiten sie formschlüssig und sind deshalb für Anwendungen ohne Schlupf geeignet, verlangen aber meist mehr Aufmerksamkeit bei Verschleiss und Schmierung. Kupplungen verbinden dagegen in erster Linie zwei Wellen direkt miteinander und gleichen je nach Bauart Fluchtungsfehler oder Drehmomentspitzen aus. Getriebe verändern Übersetzung und Drehmoment, während Ketten die Bewegung zwischen Antrieb und Abtrieb weitergeben; Elektromotoren und Frequenzumrichter erzeugen beziehungsweise regeln den Antrieb selbst.